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Geschichte der neuere» Zeit.
Wellington verließ am 17. Juni, als er von dem Ausgangeder Schlacht bei Ligny Kunde erhielt, seine Stellung bei Quatrebras.Er zog sich auf die Höhen von Mont St. Jean zurück, wo derPachthof Belle Alliance der denkwürdigen Schlacht seinen Namengab, durch welche am folgenden Tage das Schicksal Europa's ent-schieden wurde. Daß Napoleon diese Schlacht, welche auch nachdem Dorfe Waterloo benannt wird, nicht schon am 17., sondernerst am 18. Juni lieferte', wird als ein strategischer Fehler ange-sehen', weil an jenem Tage das Wellingtonische Heer nicht durchdie Preußen hätte verstärkt werden können. Zur Verfolgung derLetzteren hatte Napoleon am 17. den Marschall Grouchy mitdreißigtausend Mann abgeschickt; dieser stieß aber erst am folgen-den Tage bei Wavre auf einen Theil derselben unter Thielemann,und ließ sich dann in einen Kampf ein, der ihn hinderte, an derSchlacht des 18. Juli Theil zu nehmen.
Diese begann erst gegen zwölf Uhr Mittags. Sie ward bisfünf Uhr Abends mit gleich großem Verluste und gleich großerTapferkeit fortgesetzt, bis endlich die Preußen auf dem Schlachtfeldeeintrafen. Wellington hatte, als er im mörderischen Kampfe stand-haft aushielt, fest auf das Erscheinen derselben gerechnet, weil ihmvon Blücher die bestimmteste Zusage gemacht worden war. Zuersterschien Bülow mit dreißigtausend Mann von St. Lambert her, undmachte durch Besetzung der Straße von Charleroi den Rückzug derFranzosen unmöglich. In den zwischen ihm und den Engländernnoch offen gebliebenen Raum drangen bald nachher Blücher undZrethen mit den übrigen preußischen Truppen ein. Dadurch wardie völlige Niederlage der Franzosen entschieden, obgleich diese mitVerzweifelter Tapferkeit den Kampf noch bis zum Einbrüche derNacht fortsetzten. Ihr ganzes Heer löste sich in verwirrter Fluchtauf, und Napoleon selbst wäre beinahe von den nachsetzendenPreußen eingeholt worden. Man pflegt in Frankreich jedesmal,wenn die Armee eine Schlacht verliert, irgend einem unglücklichenZufalle die Schuld zu geben, oder auch einen einzelnen Mann zumSündenbock zu machen. Dies thun die Franzosen auch in Betreffder für Napoleon und sein Kaiserthum verderblich gewordenenSchlacht bei Waterloo. Sie schreiben die vernichtende Niederlageihres Helden den Marschällen Ney und Grouchy zu. Der Erstere