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Bern erku n gen.
dieser Beziehung ist die von Brunei , bei der Brücke auf Bour-bon und die von Tei.ford bei der Bangor- oder Menai-Brückegewählte Anordnung, bei welcher die Ketten mit ihren Schei-telpuncten die Ufer berühren, des horizontalen Zuges wegenbesonders Vorteilhaft, indem dadurch bei einiger Hineinfüh-rung der Ketten ins Ufer die Erbauung der kostbaren Wider-laner crofsentheils beseitigt wird. Eben dieses läfst sich auchdadurch erreichen , dafs man die Ketten unter dem Fahrwegeaufhängt, und diesen auf jene hinstellt. Hierbei wird jedochdurch die bedeutende Dicke, welche den verticalen TrtgStan- 5.gen gegeben werden mufs, das Gewicht beträchtlich vermehrt;die tiefhängende Kette versperrt die Fahrt, und die Brückedürfte bei starkem Winde nachtheiligen lateralen Pendelschwin-gungen ausgesetzt seyn.
Das beite Material für die Construcflon dar Flängebriickenbleibt immerhin das geschmiedete Eisen : seine Stärke mufs je-doch bei jedem Baue durch eine besondere Vorrichtung geprüftwerden *, und man ist übereingekommen, die Belastung des-selben nur auf ein Drittel der Kraft gehen zu lassen, welcheerforderlich ist, dasselbe zu zerreifsen , indem bei dieser An-spannung das Eisen seine vollkommene EJasticität behält, unddie Anordnung seiner innern Theile noch nicht verändert wird 1 2 .Die Erfahrung an den Chinesischen Kettenbrücken ,' und an an-dern frei aufgehängten eisernen Ketten, leisten hinreichendeBeweise für die Dauerhaftigkeit dieses Stoffes, wenn er nichtmit oxydirenden Substanzen, oder etwa mit Metallen, die ei-nen galvanischen Procefs in demselberUhervorrufeh , in Verbin-dung kommt, ein Umstand, der besonders beim Befestigen derEisentheile an die Erde (z. ß. bei dem Eingiefscn mit Blei) zuberücksichtigen ist.
Koch scheint es nicht ausgemacht, ob von den beiden Ar-ten von Hängebrücken die eine einen entschiedenen Vorzug vorder andern habe. ln England ist, zumal für die grüfsererl
1 Man sehe hierzu die Apparate von Rensie in den Philoa.Trans, f. 1818. (ann. de Chimie Sept. 1818.); die von Düfocr u;Mitis in den unten benannten Werken. Vergl. Th. 11. S. 137. die-ses Wörterbuchs.
2 Sehr viele Angaben über die Stärke des Eisens findet man inNavif.r's Rüsume des Iccons donne’es ä l’dcole roy. des pouts otchaussäes; Mecanique . T. I. Paris . 182S. 8.
V. Bd.
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