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Hängebrücken.
Brücken, die Methode der Ketten vorherrschend, indem daselbstnur etvvi) drei, und zwar nur für Fufsgänger von Draht gemachtworden sind; und es ist nicht zu leugnen , dafs diese Entschie-denheit von Seite so kenntnilsreicher, alle ihre Einrichtungenso wohl in Beziehung auf Zweckmälsigkeit als Kostenersparungso wohl ponderirender Mechaniker hierin von grofsem Gewichteist. Dagegen haben die Gebrüder Skguin in Frankreich denThatbeweis geleistet, dafs man auch solide fahrbare Draht-brücken bauen könne, und eben dieses wird auch durch ähn-liche Constructionen in St. Petersburg dargethan. Die Sachekann unter verschiedenen Gesichtspuncten betrachtet werden,deren gegenseitige Abwägung zum Theil durch örtliche Ver-hältnisse bestimmt werden kann: 1. „Von Seite der Stärkeund Dauerhaftigkeit, 2. in Beziehung auf leichte Verferti-gung oder Ausbesserung , und 3. in Rücksicht auf kVohljeil-heit .“ In Betreff der Stärke zeigen die Versuche von Seguixund die von Düfouh, dafs gezogener unausgeglühter Drahtverhältnifsmäfsig bedeutend stärker ist, als Stangeneisen, unddafs diese Stärke bei feinerem Drahte zunimmt. Auch habennach Dufour’s Erfahrung, die aus vielen Drähten zusammen-gesetzten Taue eben so viel Stärke , als die Summe der einzel-nen Drähte ausmacht 1 . Gegen die Oxydation werden diesel-ben durch fleifsiges Bedecken mit Firnifs hinreichend geschützt.Vielleicht dürfte in der Folge die von dem Cenfer Künstler Da-rier mit Erlolg versuchte Ueberzinnung der Taue, und nacli-herige Glättung durch den Drahtzug eine vollständige Sicherunggewähren. Das Unbequemste wäre wohl die Steifigkeit solcherTaue bei verstärktem Durchmesser. Dafs in denselben ein-zelne Drähte unbemerkt reifsen sollten, ist nicht zu befürchten,wenn man sie, wie DÜfour that, vor der Vereinigung einzelneiner doppelt so grofsen Anspannung aussetzen würde, als ihrespätere Tragkraft erheischt. Die Leichtigkeit mit welcher &ol-
1 In Cordiers Ponts et Chaussee* wird von einem Englischen Ingenieur Samuel Ware die Stärke des Eisendrahtes von Zoll Dik-ke derjenigen des istangeneisens gleich gesetzt, und die Stärke eiinesDrahttaues zu der Summe der Kraft seiner einzelnen Drähte wie 40zu 65 angenommen; doch ohne nähere Angaben. Släcris hat du.rchdirecten Versuch nur Unterschied zum Nachtheil des Drahtseilesgefunden.