Theorie.
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das Zenith zum Mittelpuncte habend angegeben; aber selbst beiden am obern Puncte berührenden Kreisen sieht man aus meh-reren Beobachtungen , dafs dieser Umstand kein constanter ist,sondern dafs die Mittelpuncte dieser Bogen zwar in dem durchdie Sonne gehenden Verticalkreise , aber nicht genau im Zenithliegen, und bei den Kreisen, die im unteren Puncte der Ringe(wie es Fig. 103 am innern Ringe zeigt) berühren, findet diesesoffenbar gar nicht statt.
Dieser Umstand widerlegt eine, sonst ungemein sich em-pfehlende Meinung Fraunhofek’s über die Entstehung dieserBerührungskreise, die ich hier anführe, weil vielleicht in derNahe der Bqrührungspuncte einige Verstärkung des Bogens, deraus andern Umständen entstehen mufs, so hervorgehen kann.Fraunhofer macht nämlich die Bemerkung, dafs die Strahlen,welche dem Auge den weifsen Horizontalkreis darstellen, wennsie auf Fiisprismen fallen , ähnlichen Brechungen wie die Son-nenstrahlen selbst unterworfen sind. Kämen also nur aus einereinzelnen Gegend (von einem kleinen Stücke des Horizontal-kreises her) solche Lichtstrahlen, so würden sie einen ebensolchen Ring darstellen (wenn gleich schwächer), wie wir umdie Sonne selbst sahen. JederTheil des Horizontalkreises bringtaber solche Ringe hervor, und diese bedecken daher den gan-zen Himmel bis zu 22 Grad Entfernung vom Horizqntalkreise,da aber zeigt sich uns der Rand dieser vereinten Ringe. Unddas, was so in 22 Gr. Abstand eintritt, das findet auch in 44Gr. Abstand wieder statt. Diese Erklärung hatte sehr viel An-lockendes , wenn nicht die Form des untern Berührungskreisesganz dagegen spräche.
Venturi nimmt bei der Erklärung, die wohl ohne Zweifelstatt findende Zuspitzung der Eisprismen zu Hülfe, und wähltder bequemem Darstellung wegen sechsseitige Prismen mitsechsseitigen Pyramidenspitzen, deren Ebenen er 120° geneigtgegen die zugehörigen Seitenflächee des Prisma’s annimmt.Wenn diese Prismen vertical schweben, so ist es allerdingsrichtig, dafs der Winkel von (30 Graden, welchen die Pyramiden-seite mit der gegenüber liegenden Seite des Prisma’s macht,kein Sonnenbild näher als 22 Gr. bei der Sonne geben kann,dafs aber Prismen, die in grölserem Abstande von der Sonne inangemessener Stellung den Strahl dem Auge zusenden, uns auchda gefärbte Bilder zeigen können; diese, gewifs nicht unrich-