522
Ily d rau lik.
rechnen kann, wird in einem eignen Artikel gezeigt werden;daTs sie aber dann zur Betreibung aller Arten von Maschinenangewandt werden können, Iäfst sich wohl übersehen.
Als ein eigner Zweig der angewandten Hydrodynamik ver-dient hier noch die Htdkotech.vik , JFasserbaukunst, archi-tectura hydraulica, erwähnt zu werden, da auch sie auf Prin-cipien der Physik beruht. Von der einen Seite freilich, so fernsie blofs eine besondere Anwendung der Baukunst ist, umfafstsie Vieles, dessen Erörterung nicht hierher gehört, aber beidenjenigen Theilen der Hydrotechnik, die sich an die Physikanschliefsen , mufs ich einen Augenblick verweilen.
Es sind vorzüglich fünf Zwecke, die man in der Hydro-technik zu erreichen sucht:
1. Sicherung der den Ueberschwemmungen ausgesetztenLänder gegen das herandringende Wasser; 2. Erhaltung derStrom - oder See-Ufer, welche durch die Gewalt des Stromesoder der Wellen einen Abbruch erleiden würden; 3. Gewin-nung neuen Landes oder Beförderung des Anwachses; 4.Benuz-zung des Wassers für die Schifffahrt, Anordnung von Canälenund Häfen; 5. Austrocknung versumpfter oder wenigstens zugewissen Jahrszeiten der Uebersclnvemmung ausgesetzter Län-dereien.
Was die Sicherug der niedrig liegenden Gegenden betrifft,die entweder bei Anschwellung der Ströme durch starken Zu-flufs aus den obern Gegenden oder bei hohen Meeresfluthen denUeberschwemmungen ausgesetzt seyn würden, so genügt es hierzu bemerken, dals man den schützenden Dämmen oder Deichen,blofs der Erfahrung folgend, eine hinreichende Höhe und Stärkegeben mufs. Man hat theoretische Bestimmungen gesucht,welche Gestalt man der abgeflächten äufsern Seite des Dammesam Meere geben mufs, damit er den Wellen am Besten wider-stehe; aberdatheils unsere Theorie der Wellen noch nicht dieVoll-kommenheit hat, die zu einer solchen Bestimmung erfordert würde,theils die ungleichen Höhen der Fluthen ganz verschiedene Be-Stimmungen fordern würden, und endlich die sich am Ufer bre-chenden und überstürzenden Wellen, welche gerade am nach-theiligsten wirken, noch ganz aufser dem Gebiete unserer Wel-lentheorie liegen, so scheint eine sehr flach abhängige geradli-nige Dossirung, (Böschung , äufsere Fläche des Deiches), die