Band 
[Fünfter Band. H - K.]
Seite
581
JPEG-Download
 

581

Hydrostatik.

■würde, weil der auf andre Theile derselben Schicht lastendeDruck sich nach allen Seiten hin fortpflanzt. So kann also derDruck, den der Boden leidet, gröfser, und selbst viel griilser

sevn , als das ganze Gewicht des vorhandenen Flüssigen , er ist Fit,'.

‘ ° ° . ISi

nämlich gleich dem Gewichte der Säule ItSUT. Dieses an-

scheinende Paradoxon ist unstreitig durch die Eigenschaft derflüssigen Körper, den Druck nach allen Richtungen unge.-schwächt fortzupflanzen , vollkommen begründet; man kann esaber auch durch folgende Vergleichung noch mehr erläutern.

Wäre zwischen R Q und rq eine elastische Feder eingespannt,die stark zusammengedrückt, die Kraft von 10 Pfunden anwen-det, um sich auszudehnen, so leidet sowohl der obere Boden , wo-für ich hier pQ annehme, als auch der untere Boden rq diesenDruck von 10 Pfunden, und der letztere hat zugleich noch dasGewicht der F’eder Zu tragen ; wären also beide Böden PQ, cj r ,nicht fest verbunden, so miifste der, welcher an beiden Ortender ausdehnenden Kraft der Feder widerstehen will, die ganzeeben erwähnte Kraft ausiiben ; dagegen wenn beide Böden fest /mit einander verbunden sind, so ist es das Gewicht der Federallein, welches man zu erhalten braucht. Und gerade so ist eshier. Wenn die Höhe des Wassers über PQ durch h ausge-drückt wird, die Höhe über rq durch h -f- h', so sehen wir,dafs aus dem Drucke auf P Q ein vertical aufwärts gerichteterDruck = h.1. D . k' Cos. tj hervorging, und wenn *' = P Q,k' Cos. ij' = pQ ist, jener verticale Druck = hlD.pQ, hin-aufwärts gefunden wurde; da nun der verticale Druck aufr q = (h + h'). 1D . r q = hl D. p Q -J- h' 1D .rq, ist, so be-stellt er aus dem Drucke, den PQ aufwärts litt, und dem Ge-wichte der Säule Pq, und im festen Gefäfse heben sich jenegleichen Pressungen auf, so dafs der, welcher das Gefäfs trägt,in Beziehung auf den für PQ, rq statt findenden Druck blofsdas Gewicht der wirklich vorhandenen Wassersäule zu tragenhat; und da dieses in Beziehung auf alle Wassersäulen ebensogilt, so heben überhaupt olle übrigen Driickungen auf Wändeund Boden sich auf, und nur das gesammte Gewicht des Flüs-sigen bringt denjenigen verticalen Druck hervor, den man beimAufheben des Gefäfses zu überwinden hat.

Dieser auf den unteren Boden des Gefäfses und auf jedenTlieil der Wand so stark wirkende Druck, den wir eben vorhinberechnet haben, ist es nun , welcher die auffallenden Erschei-