durch Verdunstung u. Niederschlag. 015
so kann dieser Gedanke historisch erwähnt werden, allein dafsderselbe zu keinem eigentlichen, vielweniger einem brauchbarenMesswerkzeuge führe, bedarf kaum gesagt zu werden.
Dasjenige Princip, worauf die neuesten eigentlichen Hy-grometer gegründet sind, ist schon früh als solches aufgestellt,und es bedurfte nur einer zweckmälsigen Anwendung in einemschicklich hergestellten Apparate, um durch diesen die wirklicheMessung zu erhalten. Zuerst nahmen die Mitglieder derylcademia del Cimento ein konisches Gefäfs von Glas, fülltendieses mit Schnee oder geschabtem Eise , hingen es mit der Spitzenach unten gekehrt auf, worauf die atmosphärische Feuchtigkeitsich während einer gleichen Zeitdauer in ungleicher Menge dar-an niederschlug, und als Wasser herablief, aus dessen Mengedann der Feuchtigkeitszustand der Atmosphäre bestimmt werdenkonnte 1 . Fontana dagegen erkältete eine reine und völlig ge-trocknete Glastafel bis auf eine gewisse Normaltemperatur, setztesie dann eine bestimmte Zeit der Luft aus, und bestimmte denl'euchtigkeitszustand von dieser durch die Gewichtszunahme dervorher tarnten Tafel 2 ; ein Verfahren, welches vor jenem ui-sprünglich vorgeschlagenen keineswegs einen Vorzug verdient.Ungleich zweckmäfsiger verfuhr le Roy 3 . Dieser erkältete einGlas mit Wasse* von der Temperatur der äufsern Luft durchhinzugegossenes eiskaltes so lange, bis die Oberfläche des Gla-ses durch niedergeschlagenen Wasserdunst etwas getrübt wurde,und schlofs aus der Temperatur, welche das enthaltene Wasserdann zeigte, auf die Menge der atmosphärischen Feuchtigkeit.Ist dieses Verfahren gleich unvollkommen , so hat es doch offen-bar der neueren Hygrometrie den richtigen Weg gezeigt.
Eine unmittelbare Anwendung dieses durch le Roy ange-gebenen hygrometrischen Princips machte Bebzelius, indem erein empfindliches Thermometer mit einem ovalen Gefäfse vonpolirtem Stahle in Berührung mit einem Glase setzte, worin sicheine kaltmachende Mischung befand, und denjenigen Thermo-metergrad beobachtete, bei welchem der feinste wässerige Ue-