durch Verdunstung u. Niederschlag. 617
dann alle Luft aus beiden Kugeln und der VerbindungsrÖhredurch den Aetherdampf entfernt ist, so wird die Spitze f an derLampe zugeschmolzen, die Kugel a mit einer Lage Musselinüberzogen , und das Instrument ist fertig. Beim Gebrauche des-selben bedient man sich eines kleinen Fläschchens mit Schwefel-äther, giefst davon einige Tropfen auf den Musselin der Kugela, wodurch in dieser eine bedeutende Kälte erzeugt wird, undwenn diese dann sich mit den Dämpfen des Aethers in der Ku-gel b füllt, letztere aber hierdurch bedeutend erkältet wird, sobeobachtet man den Augenblick, in welchem sich der ersteNie-derschlag aus der Feuchtigkeit der Luft auf dieser Kugel zeigt,bemerkt den Stand des in dieser eingeschlossenen Thermometers,und erhält auf diese Weise die Temperatur des Thaupunctes sowie zugleich den Abstand desselben von der Temperatur derLuft, wodurch dann der Feuchtigkeitszustand der Atmosphäregegeben ist. Danieel nimmt nämlich an, dafs der in der atmo-sphärischen Luft enthaltene Wasserdampf den durch die Tempe-ratur bedingten Funct seiner gröfsten Dichtigkeit bei demjenigenThermometergrade habe, bei welchem die ersten Spuren desNiederschlags sich zeigen, und da diese Temperatur durch dasin der Kugel b befindliche Thermometer angegeben wird, sohat man hierdurch unmittelbar die gesuchte Bestimmung, unddie Differenz beider Thermometer zeigt zugleich, wie weit dieTemperatur herabgehen müfste, um einen Niederschlag aus derAtmosphäre zu bewirken, also zugleich auch hierdurch denFeuchtigkeitszustand.
Daniele ward bald inne, dafs die Wahrnehmung des fein-sten Niederschlages auf dem transparenten Glase sehr schwierigist, und da das in der Kugel b eingeschlossene Thermometerdurch den hohen Grad der Verdunstungskälte sehr schnell sinkt,so wird dadurch die Beobachtung des eigentlichen Thaupunctesschwierig und das ganze Instrument unsicher; er suchte daherdie Kugeln aus Metall zu erhalten, dessen Politur eine ungleichschnellere und sicherere Wahrnehmung des feinsten wässerigenUeberzuges gestattet. Zu diesem Ende behielt er das Gestellbei, liefs aber die Kugeln und die Verbindungsröhre von sehr 14 !,dünnem Messingblech verfertigen, das Thermometer de vermißtelst einer messingenen Fassung in die Kugel b einsenken , dieKugel a mit einer feinen Röhre aus Tlatin versehen, in welcheeine Glasröhre f eingeschmolzen war, und diese wurde alsdann