durch Verdunstung u. Nieder sc hl a-g. 627
1 wenden könne, dieses liegt so nahe bei der Sache, dafs es kei-ner besondern Vorschrift bedarf. Es scheint mir nämlich garnicht erreichbar, aus einer umgestürzten Flasche durch einenHaarpinsel das Wasser so langsam abfliefsen zu lassen, dafs dieThermometerkugel sets nafs erhalten werde, ohne dafs sich Tro-pfen ansetzen sollten, welche zwar nach v. Bohnejtberger 1von nicht sehr bedeutendem Einflüsse sind, aber dennoch dersicheren Feinheit des Instrumentes einigen Abbruch thun, undin dieser Hinsicht gebührt dem durch August construirten Ap-parate der Vorzug, welcher mit jenem gleichzeitig oder sogarfrüher erfunden wurde, so weit sich hierüber entscheiden läfst.
August 2 kam zu der Erfindung seines Instrumentes dadurch,dafs er zwei feine, zu einem Daniell’schen Hygrometer bestimmteThermometer mit Fahrenheit’scher Scale dazu benutzen wollte, umdie durch Verdunstung erzeugte Kälte zu messen ; er hing sie des-wegen, das eine frei, die Kugel des andern mit etwas Musselin um-wickelt und mit Wasser benetzt, neben einander, und fand, dafsdie Differenz beider gerade die Hälfte derjenigen betrug, welcheDaniell’s Hygrometer zeigte. Bei der Autorität, welche dieserletztere Apparat nicht mit Unrecht erlangt hat, vereinigte er da-her zwei Thermometer, erdachte ein zweckmäfsiges Mittel, dieKugel des einen ohne Erzeugung herabfliefsender Tropfen stetsfeucht zu erhalten, und nannte den Apparat Psychrometer , unterwelchem Namen er in Vorzüglicher Güte durch Greisfr jun. inBerlin für 15 preufs. Thaler verfertigt wird. Zwei feine Thermo-meter A und B nach Reaum.Scale 30° über und 30® unter 0, jedenGrad wieder in 5 Theile getheilt, so dafs Zehntel füglich mitSicherheit geschätzt werden können, hängen von einer messin-genen Fassung herab, welche an einem hölzernen Gestelle befe-stigt ist. Die beiden Thermometer sind ausgezeichnet fein, dieRöhre derselben ist eben so viel erweitert, dafs bei ihrer be-grenzten Scale das Quecksilber bei stärkerer Ausdehnung sienicht zerreifst, und für den Transport werden sie, jedes ineinem eigenen Futterale Von Pappe äufbewalirt. Unten am Ge-stelle ist das gläserne Gefäfs C befestigt mit der aufwärtsgehendenetwas gekrümmten Glasröhre b, in welcher sich ein Badeschwammbefindet, um das Wasser aus dem Gefäfse der mit einer Lage
1 Naturwissenschaft!. Abhandl. Th. II. Hft. 2.
2 G. LXXXI. 69.
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