Theorie.
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die dann nothwendig erforderliche abermalige Bestimmung derfesten Puncte erfordert, wird eine solche Aufgabe nicht fiir soleicht erachten. Aufserdem aber tritt die Unempfindlichkeit derhygroskopischen Substanzen gegen Feuchtigkeit nicht plötzlichein , sondern sie entsteht und wächst allmälig langsam zuneh-mend , woraus aber von selbst folgt, dafs man nie gesichertseyn kann, ob und in welchem Grade dieselbe schon eingetre-ten sey; ein unzuverlässiges Mefswerkzeug darf aber unter denphysikalischen Apparaten eigentlich gar nicht geduldet werden,weil sein Gebrauch Irrthümer herbeiführen kann, derenWider-leiiunii nachher schwerer ist, als das Auflinden der Wahrheit 1 .
Die Hygrometer aus dem Mineralreiche sind in vielfacherHinsicht mangelhaft , wenn gleich einige derselben gerade we-gen ihrer Dauerhaftigkeit einen Vorzug vor den beiden übrigenClassen verdienen mögen. De ii Rive’s Vorschlag zuvörderst,die Erhitzung der Schwefelsäure durch die atmosphärische Feuch-tigkeit als Mittel zum Messen des quantitativen Verhältnissesder letzteren zu gebrauchen, scheitert nach des sinnreichen Ver-fassers eigenem Geständnisse an der Unmöglichkeit, jederzeitund überall Schwefelsäure von gleicher Concentration zu erhal-ten. Letztere muls aufserdem durch das spec. Gewicht gefundenwerden , welches von dem hygrometrischen Versuche jederzeiteinen andern schwierigen vorauszuschicken erfordert, die Schwie-rigkeit der Concentrirung selbst nicht gerechnet, und obendreinkönnte man die einmal angewandte selbst nicht mehrere Tageaufbewahren, weil das jedesmalige Oeffnen des Gefäfses denZutritt des atmosphärischen Wassers gestattet, und letzteres zu-gleich so sehr zwischen die gläsernen Stöpsel und Wandungender Gefäl’se dringt, dafs es auch mit gröfster Blühe selten voll-ständig abj;ehalten werden kann.
Bei allen übrigen hygroskopischen Substanzen aus dem Mi-neralreiche wird die Feuchtigkeit aus der Gewichtsvermehrungbestimmt, und sie erfordern daher einen feinen Waagebalken.Ist dieser lang, damit seine Zunge oder ein Zeiger eine lange
1 Es ist eine sehr interessante Erfahrung, dafs Pictet ein Hy-grometer aus dem Haare einer Gnanchen-Mumie verfertigen liefs,und dieses, vielleicht 2000 Jahre alt, eben so empfindlich, als einfrisches fand. S. Bibi, univ, XXVII. 120. Dieser mit einem der Luftnicht ausgesetzten Haare angestellte Versuch kaun übrigens die auf-gestellte Behauptung nicht umfassen. 1