Band 
[Fünfter Band. H - K.]
Seite
652
JPEG-Download
 

652

Hygrometer.

Stande ist. Aufserdem hat v. Bohnf.kberger noch durch ver-gleichende Versuche sattsam erwiesen, dafs das im Fufsgestelledes Daniell’schen Hygrometers befindliche Thermometer in Folgedes Einflusses seiner Umgebungen sehr unempfindlich ist, undoft gegen 3° F. von der eigentlichen Lufttemperatur im Freienabweichti Diesem wäre indefs leicht durch eine Vorrichtung

Q

abzuhelfen, vermöge welcher man auch dieses Thermometer freiund dem Einflüsse der Säule und des Fufsgestelles nicht ausge-setzt beobachten könnte.

Einige vergleichende Beobachtungen, welche ich mit demDaniell’schen Hygrometer und dem August’schen Psychrometerangestellt habe', beide von Greiser vortrefflich verfertigt, be- vrechtigen mich wohl, den hier angegebenen Urtheilen auch dasineinige hinzuzufügen, und ich mufs gestehen, dafs ich ganzunbedenklich dem letztem den Vorzug einräume, und zwar ausallen den nämlichen Gründen , welche v. Bohsenderger ange-geben hat. Namentlich sinkt meistens das in der Kugel einge-*schlossene Thermometer so schnell, dafs eine genaue Beobach-tung seines Standes im Momente des erzeugten Niederschlageskaum überall möglich ist. Weniger die Unsicherheit des Ther-mometers in der Tragsäule, welcher abgeholfen werden kann,als vielmehr die nicht geringe Menge der theuern Naphtha^Wenn man anhaltend beobachten will, kommen gleichfalls inBetrachtung.

Der wichtigste, hierbei noch zur Untersuchung kommendeGegenstand ist indefs folgender: Man nimmt so ganz allgemeinan, diejenige Temperatur, welche das Hygrometer im erstenAugenblicke des erzeugten Niederschlages zeige, sey der ei-gentliche Thaupunct, dals ich Bedenken tragen würde, diesesin Zweifel zu ziehen, wenn mich nicht triftige Gründe hierzuvermöchten, deren Gewicht ich um so viel mehr fühle, da ichmich ein ganzes Jahr mit der Beobachtung des Entstehens sol-cher Niederschläge beschäftigt habe. Als ich nämlich im Jahre1814 die Dichtigkeit der Dämpfe verschiedener Flüssigkeitenaufzufinden mich bemühete, hatte ich gewogene QuantitätenWasser in einem Ballon von dem klarsten englischen Glase ein-geschlossen, und suchte durch den Wechsel der Temperatur den-jenigen Punct zu finden, bei welchem zwar noch kein Nieder-schlag an den inneren Wandungen des Ballons gebildet wurde,unter welcher aber derselbe sogleich entstand. Obgleich es nun