T li e o r i e.
655
Dichtigkeit des Dampfes bei der jedesmaligen Temperatur nebstder Entfernung' bis auf welche die kältere Kugel den Wasser-dampf aus 1 ihrer Umgebung anzieht. Bei dieser Unbestimmbar-keit der Elemente, wäre es ganz überflüssig, eine Berechnunghierüher anzustellen allein so viel ergiebt sich von selbst, dafsin niedigeren Temperaturen beide weiter von einander abstehenmüssen, weil dann der umgebende Dampf dünner ist. Aus die-ser Ursache fand auch v. Boiinesberger , dafs die Differenzder beiden Thermometer des Iiygrometer’s, welche nach Au-gust’s Beobachtungen die doppelte der Differenz der beidenThermometer des Psychrometers ist, in niedrigpn Temperaturenbis zur 2,5 ja bis zur 3fachen stieg, wie denn das Nämliche ausder Formel folgt, wonach für 0° B. Temperatur der umgeben-den Luft die Differenz der Thermometer, des Psychrometers aber= 7,29 beträgt 2 .
Hiernach entsteht aber billig die Frage, welches denn dereigentliche Thaupunct sey ? Wenn man unter Thanpunct den-jenigen Punct der thermometrischen Scale, oder diejenige Tem-peratur versteht, bei welcher der in der Atmosphäre enthalteneWasserdampf das Maximum seiner Dichtigkeit hat, so dafs ersich zu tropfbaren Massen condensiren (in TJiau oder Nebel
1 Es setzt sich auf den vergoldeten Ring des Hygrometers keineZusammenhängende Wasserlage ab , denn diese wäre durchsichtig undhatte also kein mattes Ansehen, sondern eine Lage sogenannter Dunst-kÜgelchen. Solche Dunstkugelchen , oder einzelne Tropfen, sind beihinlänglicher Beleuchtung mit blofsen Augen auf eine Weite, die ichzu 10 Par. Z. 'annehmen will, sichtbar. Ein Object verschwindet nachGehler Th. IV. S. 1438, wenn der Gesichtswinkel kleiner als 1 Sec.wird. Dieses gäbe ihre Dicke rr: 10 Z, arc. 1" ~ 0,00004848 Z.Nehmen wir bei einer mittleren Temperatur := 12° R. die Elustici-tat des Wusserdaniples ~ 0,41 Z, $ das Dichtigkeitsverhältnifs derLuft zum Wasser = 0,00129, des Dampfes zur Luft 0,625, so
wäre . 0,00129 . 0,625 — 0,00001074 die Dichtigkeit des Wasscr-
_ „ ... . 0.00004848 , - „ .. r i .
dumpfes gegen Wasser, und aus - = 4,5 Z. mufste der ent-
Ujl/UUUlU/ t
lialtene Wasserdampf sich auf der Kugel ablagern. Dieses ist sehrwohl denkbar, wenn man berücksichtigt, wie viel Wärme dev verdam-pfende Aelher bedarf*, doch sind die Elemente dieser Berechnung zuunsicher. Man ersieht hieraus übrigens klar, dafs der li 3 r grometrischeThaupunct mehrere Grade unter den psychrometrischen fallen mufs.
2 S. llolmenberger a. a. O, S. 180.
T t 2