I
Juflexion des Lichtes. 6'jy
nen, waren durch vollkommen schwarze Zwischenräume se-trennt, und man sah eine grofse Zahl solcher Streifen an beidenSeiten des Mittelstreifes, indem das matt geschliffene Glas sieungemein gut wahrzunehmen erlaubte. Ihr Licht nahm mit derEntfernung von der Mitte ab, so dals die letzten immer minderdeutlich wurden. Jeder einzelne dieser hellen Farbenstreifen er-schien gleich breit und ebenso auch jeder der dunkeln Streifen, nurwenn die zum Einlassen des Lichtes bestimmte Oeffnung erheb-lich erweitert wurde, nahmen die schwarzen Streifen , wegeneines dann mehr ausgebreiteten Lichtkegels und Halbschattens,ab, aber die Mitte jedes Streifens blieb, bei Anwendung des-selben Farbenstrahles, genau an derselben Stelle. DieAbständeder einzelnen Streifen von der Mitte wurden abgemessen und zwarbei jeder Farbe anders, aberdochitnmerso gefunden, dafsder Ab-stand des zweiten dunkeln Streifes von der Mitte gleich dem Dop-pelten, der Abstand des dritten dunkeln Streifes gleich dem Dreifa-chen u. s. w. des beim ersten stattfindenden Abstandes war, di*hellen.Streifen aber dazwischen genau in der Mitte lagen. Nenntman nämlich die Entfernung von der Mitte der ganzen Erscheinung 15ibis zur Mitte des ersten dunkeln Streifes = 4 e, so war die Entfer-nung von jener Mitte bis zurMitte des zweiten dunkeln Streifes =ge, bis zurMitte des dritten = 12e, bis zurMitte des vierten =IGe; dagegen bis zur Mitte des ersten hellen Streifes =6e, biszur Mitte des zweiten hellen Streifes = 10 e, bis zur Mitte desdritten = l4e, und so ferner. In dieser Ordnung zeigen sich dieStreifen lind ebenso auch die das Bild einer runden Oeffnungumgebenden Ringe bei jedem auf die Oeffnung fallenden ein-fachen Farbenstrahle; aber der Werth von e ist nicht für alleFarbenstrahlen einerlei, dasheifst, die Gröfse aller Ringe oderdieGröfse der Abstände jener parallelen Streifen ist bei verschie-denen Farben anders. Hat man für den äufsersten rothen Strahlden Halbmesser irgend eines Ringes =1 gefunden, so findetman = 0,9243 für die Grenze des Roth und Orange, = 0,8855für die Grenze des Orange und Gelb; endlich = 0,6300 für di*äufsersten violetten Strahlen. Diese Zahlen stimmen aber mit denAnwandlungen ganz genau überein, und es ergiebt sich daherdas Gesetz: dafs dieEntfernung der farbigen Streifen oderRingevon der Grenze, die der gerade fortgehende Lichtstrahl angebenwürde, genau proportional ist der Länge der Anwandlungen direinzelnen Farben. Diese Länge der Anwandelungen wird näm-