Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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700 Inflcxion des Lichtes.

lieh durch die Dicke der Luftschichten an den Stellen, wo sichin den Newtonschen Farbenringen der Ring irgend einerOrdnungim Roth, Orange, Gelb u. s. w. zeigt, bestimmt, und dieseDicken sind für die äufserste Grenze des Roth, für dieGrenzedesRoth und Orange, für die Grenze des Orange und Gelb, für dasäufserste Violett

6,35 ; 5,85 ; 5,60 ; 4,00,

und diese Zahlen verhalten sich wie

1,000 ; 0,921 ; 0,882 ; 0,630*.

Die Beujunsen hängen, wie schon s’ Gravesande undnachher mit noch mehr Sorgfalt Flaugeugtjes gezeigt haben,nicht von der Natur der Körper ab, an welchen das Licht hin-streicht, sondern bei gleichen Abständen der Ränder von einan-der bleiben die Erscheinungen der Beugung ungeändert; diesesstimmt ebenfalls mit der Natur der Accesse überein , welche beisenkrechtem Durchgänge des Strahles durch ein Medium blofsvon der Beschaffenheit dieses Medii abhängen. An diese Be-trachtung knüpft sich aber die zweite, dafs, so wie die Länge derAccesse eine andere ist, in einem anderen Mittel, so auch dieBeugung eine andere seyn müsse, wenn sich jene scharfen Kan-ten nicht in der Luft, sondern in einem andern Medio befinden.Schon Newtos hatte, um den Einflufs verschiedener Mittel zubestimmen, ein Haar zwischen Gläsern mit Wasser umgebenund die Farbenringe ebenso gefunden, wie sie sich zeigten, alsdas Haar sich in der Luft befand, Biot und Pouillet stelltendiesen Versuch so an, dals sie den Apparat mit dem schmalenSpalt in ein kleines Wassergefäfs setzten, dessen Wände ausparallelen Glasplatten, 2 Centimeter von einander entfernt, be-standen ; auch hier zeigten sich die Farbenstreifen, wenn mansie entfernt von jenem Gefäfse auf einer Tafel auffing, genaugleich, es mochte sich der enge Spalt im Wasser oder in derLuft befinden. Dieser Erfolg zeigt also, dafs die Ablenkung beider Beugung in den verschiedenen durchsichtigen Mitteln so ge-ändert wird, dafs die nachherige Brechung beim Ilervordringenin die Luft diese Aenderung genau compensirt. Nach den Re-geln, die sich für die Gröfse der Anwandlungen in verschiede-nen Mitteln ergeben , ist die Länge der Anwandlungen dem Bre-chungs-Exponenten proportional 2 ; ebenso sollte also auch hier

1 V.ergl. Al t. Anwandlungen• Th. I. S. 812.

2 Th. I. S. 316.