Inflexion des Lichtes.
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ausgesetzt, die Oberflächen der Körper wärmer, als die Luft,sind, und dafs sie daher eine verdünnte Atmosphäre um sichhaben, die erst in etwas grüfsern Abständen zur gewöhnlichenDichtigkeit der Luft übergeht; aber wenn wir auch davon ab-sehen wollen, dafs diese Erwärmung doch wohl gewifs an derOberfläche einiger Körper gröfser, an der Oberfläche andererkleiner, damit also die Stärke der Beugung von der Natur derKörper abhängig wäre, so scheinen auch die Phänomene nichtso einfach zu seyn, als sie nach dieser Hypothese seyn müfsten.Erstlich nämlich erhellet nicht, wie zu gleicher Zeit eine Ab-lenkung der Lichtstrahlen von der Grenze des Schattens undzugleich ein Hereinbeugen gegen den Schatten zu statt findensollte, und zweitens erhellet noch weniger, wie man flas Pe-riodische, die Wiederholung mehrerer Farbenringe erklärensoll *.
Um die bisher beschriebenen Erscheinungen auch ohneverdunkeltes Zimmer selbst zu sehen, thut man am besten , ameinen Ende einer Röhre von Pappe oder einem andern undurch-sichtigen Körper eine Glaslinse von kleiner Brennweite so ein-setzen zu lassen , dafs hier kein andres Licht eindringen kann.Die Röhre mufs aus mehreren Auszugröhren, nach Art einesFernrohres, bestehen, und am andern Ende ein Ocular, eineGlaslinse von etwa 1 Zoll Brennweite, haben, um hier das Augeanzubringen. Will man sich begnügen , blofs die Erscheinun-gen der Ränder um einen dunkeln Körper zu sehen, so hat mannichts weiter nöthig, als irgendwo in der Mitte der Röhre eineNadel oder auch einen etwas breitem Körper anzubringen, dasRohr gegen die Sonne zu richten, damit das Licht durch diekleine Linse einfalle, und das Ocular zuerst bis so weit, dafsder Körper sich im Brennpuncte desselben befindet, zu nähern,dann aber allmälig die Ocularauszüge zu verlängern, um dieErscheinungen in verschiedenen Entfernungen von dem schat-tenwerfenden Körper wahrzunehmen. Man sieht dann die dendunkeln Körper aufserhalb umgebenden farbigen Lichtränder, dieden Schatten umgeben, wenn man den Schatten auf einer Tafel
1 Länger bei dieser Theorie zu verweilen scheint jetzt unnö-thig, da seit 1815, als Parrot schrieb, Umstände bei den Erschei-nungen bekannt geworden sind, die sich nach dieser Theorie so we-nig als nach den übrigen bisher angeführten erklären lassen.