Band 
[Fünfter Band. H - K.]
Seite
785
JPEG-Download
 

Interferenz.

785

je nachdem sie so in irgend einem Puncte ankommen, dafsgleichartige oder ungleichartige Welientlieile zusammenfallen.Um aber hier richtig über die von B ausgehenden Wellen zuurtheilen, mufs man aus der Undulationstheorie den Satz ent-lehnen, dafs bei der Reflexion nach dem Innern des dichterenKörpers zurück eine Welle von entgegengesetzter Art hervor-gebracht wird , als diejenige ist, welche bei der Reflexion vomdichteren Körper in die Luft zurück entstehen würde. Wenndaher der Zwischenraum zwischen B und C selbst in Verglei-chung der ungemein geringen Ausdehnung einer Lichtwelle kleinoder — 0 ist, so bringen die beiden zurückgehenden W ellenauf ihrem ganzen Wege ein Interferiren hervor, weil ihre durch-laufenen Wege gleich, sie selbst aber von Anfang an so entge-gengesetzter Art sind, dafs die Verdichtung der einen mit derVerdünnung der andern zusammenfällt. Ist BC gleich der Hälfteeiner "Wellenlänge, so ist in eben dem Augenblicke, da einverdichteter Wellentheil in C ankommt und zurückgeworfenwird, ein verdünnter Wellentheil in B, der eine zurückgewor-fene Welle hervorbringt. Wären diese Wellen beim Zurück-gehen beide den ankouimenden gleichartig, so würde, da dieDifferenz ihrer Wege eine ganze Wellenlänge beträgt, eineVerstärkung des Lichts hervorgebracht, aber da die eine beimAustritt aus dem dichteren Mittel, die andere beim Eintritt indas dichtere Mittel rellectirt wird, so ist im einen Falle einehalbe Undulation verloren gegangen, und diese Wellen zerstö-ren auf ihrem ganzen Wege einander. Dagegen weun BCgleich dem Viertel einer Wellenlänge ist, so sind die Wege dervon B und von C zurückkehrenden Wellen um eine halbe Wel-lenlänge verschieden, und die Entgegensetzung der Einwirkung,welche die eine und die andere bei der Reflexion erlitten hat,bringt eine zweite Differenz von einer halben Wellenlänge hin-zu, so dafs nun auf dem ganzen Wege nach A zu und weiterhinaus die verdichteten Theile mit den verdichteten und dieverdünnten mit den verdünnten Zusammentreffen, also einemAuge in A einen verstärkten Lichteindruck gewähren. So ent-steht für das in A beobachtende Auge in der Mitte , im Beriih-rungspuncte, ein dunkler Flefk, da wo der Abstand der Gläserein Viertel einer Wellenlänge beträgt, ein heller Kreis, wo deipAbstand die Hälfte ejner Wellenlänge beträgt, ein dunkleT Kreis,und so abwechselnd, genau wie es die Erfahrung ergiebt. Ist das

I