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Kaustjcität.
Kausticitäf,
Aetzbarkeit, Aetzkraft; Vis caustica, cor -rosioj Causticite; Caustickness ; das Vermögen ver-schiedener Substanzen, thierische und Pfianzenstoffe auf einesolche Art zu verändern, dafs sie ihren Zusammenhalt verlieren,also zerfressen werden. Diese Aetzkraft kommt nur solchenStoffen zu, die als Ganze oder ihren Bestandteilen nach mitgröfsern Affinitäten gegen die organischen Materien als Ganzeoder gegen einzelne Bestandteile derselben begabt sind. So wir-ken Salpetersäure und salpetersaures Silberoxyd ätzend vermögeihres Sauerstoffs, welcher von dem Kohlenstoffe und Wasser-stoffe der organischen Materie mit Begierde angezogen wird;Chlor vermöge seiner Affinität zu Wasserstoff; Vitriolöl , Salz rsäure, Chlorantimon u. s. w. ätzen teils wegen ihrer grofsenAffinität zum Wasser, dessen Bildung sie aus dem Wasserstoff’und dem Sauerstoff der organischen Materie veranlassen, theilswegen ihrer Affinität zu der ganzen organischen Materie, die siein einem oft nur wenig veränderten Zustande auflösen; auf demzuletzt genannten Grunde beruht auch die Wirkung der reinenAlkalien, welche besonders die tierischen Stoffe mit Leichtig-keit auflösen. Diese ätzende Wirkung der reinen Alkalien wirdschon durch ihre Verbindung mit der schwachen Kohlensäuregröfstentheils gehoben, durch die Verbindung mit einer stärkernSäure vollständig, weil die Affinität gegen die Säuren gröfser ist,als die gegen nicht saure organische Stoffe. Schon längst un-terschied man, ohne den Grund noch zu kennen, die reinen Al-kalien als ätzende von den kohlensauern, die man milde nannte.Dafs der Kalk durch das Brennen ätzend wird, leitete man vor-züglich von der Aufnahme von Feuer ab ; Mkyek zugleich vonder Aufnahme einer hypothetischen Substanz, welche er Aci~dum pingue nannte; mag aber auch der Kalk beim Brennen einegewisse Menge von Feuer binden, so wird doch jetzt allgemeinmit Black angenommen, dafs nicht hiervon dessen Aetzkraftherrührt, sondern von der Austreibung der Kohlensäure beimGlühen, wodurch er in den freien Zustand versetzt wird, inwelchem er seine Affinität gegen organische Körper äufsernkann.
G.