Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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Klim a.

in einen ziemlich heifsen Sommer über, der Herbst dagegenwird länger dauernd, heiter und angenehm. In der nördlichenPolarzone giebt es nur den einförmigen, kalten , aber meistensheitern Winter, welcher im höchsten Norden einen unglaubli-chen Grad der Strenge erreicht, und wenige Monate, selbst nurwenige Wochen eines meist trüben, durch Nebel, Regen undSchnee höchst unangenehmen Sommers. Bei allen diesen Be-stimmungen mufs aber wohl berücksichtigt werden, dafs daswestliche Europa bis zum höchsten Norden rücksichtlich seinerTemperatur eine aulfallende Ausnahme von den in andern glei-chen Breiten gültigen Regeln macht, denn in einer nördlichenBreite von Spitzbergen an irgend einem andern Orte, als ebendort, zu überwintern ist wahrscheinlich für Menschen über-haupt, auf allen Fall für Europäer unmöglich;

Rommen zu diesen Ilauptbedingungen noch einige der übri-gen hinzu , namentlich der Einflufs der Umgebungen, so erhältman die hiernach eigends bezeichnten Klimate. Dahin gehörtvorzüglich das Continental-Klima, wie es in überall weiter Ent-fernung von den Küsten der Oceane oder den Ufern gröfsererBinnenmeere gefunden wird, hauptsächlich im Innern von Africa,Asien , America, und selbst diesen etwas ähnlich im östlichenEuropa . Als unterscheidenden Charakter trifft man daselbst einenauffallenden Unterschied zwischen der Wärme des Sommers undder Kälte des Winters, der Hitze am Tage und der auffallenden'Abkühlung während der Nacht. Schon lange wufste man, dafsin Ungarn, Polen und dem südeuropäischen Rufslande die Som-mer vorzüglich heifs, die Winter dagegen eben so ausgezeichnetkalt sind, indem namentlich in Dorpat die Temperatur zwischen38° unter und 31°,5 über demGefrierpuncte der hunderttheiligenSkale wechselt 1 . Inden innern nordamericanischen Provinzenstehen ein strenger Winter und ein heifser Sommer einander ge-genüber, allein gleich auffallend oder noch auffallender zeigtsich dieses in Asien. Von der Wüste Gobi , der ausgedehnte-sten Hochebene im östlichen Asien , zwischen 32° bis 43° N.B.,ist schon aus der Geschichte des berühmten Dsciiingis - Chaitbekannt, dafs dort nach einer furchtbaren Winterkälte, gegenwelche sich die Mongolen nur durch ihre Schafpelze zu schützen

1 8. Die Kaiserliche Universität zu Dorpat Denkiohrift der Ju-belfeier. Dorp. 1827. Imp. Fol. S. S3.