Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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Klima,

Eine wesentlichere Veränderung der Klimate mufs aber er-folgen, wenn die .sie bedingenden Ursachen aufgehoben odermo-dificirt werden. Dafs das Klima der nördlicher gelegenen Länderin der vorgeschichtlichen .Zeit sehr verschieden von dem jetzigengewesen sey, ist oft behauptet worden, und wenn es gleichschwer ist, hierüber zur vollen Gewifsheit zu gelangen, so lassensich doch allerdings eine jMenge triftiger Gründe für diese Hypo-these aufstellen. Inzwischen ist diese Frage schon früher 1 erörtertund dabei zugleich gezeigt worden, dafs die mittlere Temperaturder gemäfsigten und kalten Zone auf der nördlichen Halbkugel in-nerhalb des Zeitraumes, aus welchem sichere Beobachtungen vor-handen sind, nicht wesentlich vermehrt oder vermindert wordenseyn könne. Die meisten bleibenden klimatischen Veränderungensind durch Ausrottung derWälder, durch Austrocknung der Sümpfeund durch Urbarmachung des Bodens hervorgebracht worden, wienamentlich Moreau de Jons es 2 durch eine zahlreiche Menge vonBeispielen dargethan hat. Hierdurch sind verschiedene Districteder heifsen Zone vertrocknet und gänzlich verödet, manche Ge-genden unter dem gernäisigten Himmelsstriche aber wärmer,trockner und milder geworden. Letzteres ist wohl unverkenn-bar in Italien der Fall, Dieses Land hatte nämlich zur Zeit derRömer ausgedehnte dichte Waldungen, deren Holz vorzüglichnutzbar war und deswegen auch ausgeführt wurde 3 , weswegenaber die Winterkälte ungleich stärker war, als sie jetzt ist, sodafs die Tiber sogar durch die Menge des Eises unschift’barwurde'und der Soracte einen anhaltend mit Schnee bedecktenGipfel hatte In Deutschland mufs sich das Klima in so ferngeändert haben, dafs die Sommer heifser geworden sind, indemzu den Zeiten Caksah’s* noch Rennthiere im HercynischenWalde gefunden wurden, welche gegenwärtig die Sommerwärmeschwerlich ertragen würden. Irland war nach W. Ha mii.tox 6 infrüheren Zeiten mit vieleu dichten Waldungen bedeckt, und eben

1 Art. Geologie, Th. IV. S. 1832.

$ Untersuchungen über die Veränderungen, die durch die Aus-rottung der Wälder in dem phys. Zustand der Länder eutsleheu.Tüb. 1823. 8.

3 vitruv. ir. iq. Liv. ix. ss.

4 Liv. V. 13. Iuv. Sat. VI. 513. Hör. Carrn. I, 8.

5 üe ßello Gail. VI. 23.

6 Trau», of tho Acad. of Irland . T. VI.