Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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902
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Klinometer.

nämlich die Richtung von ab durch eine Wasserwaage unver-änderlich erhalten und der Winkel bajS oder bjß', welchen eineKbene mit dieser bildet, gemessen, so giebt dieser die Inklina-tion gegen den Horizont unmittelbar. Ist dagegen de unverän-derlich auf ab befestigt, so erhält diese Stange bei vorhandenerNeigung die Richtung dd oder äd', und da die Falllinie de desSenkels sich stets gleich bleibt, so erhält man im ersten Falleaus dem Winkel ddc = (5ab, im zweiten ans d\lc = |3*ab dieNeigung gleichfalls. Jedes Klinometer bedient sich daher desGradbogens und Senkels unmittelbar zur Messung des Neigungs-winkels, oder der Wasserwaage zur Beibehaltung der llorizon-tal-Ebene und Auffindung des Winkels, welchen die geneigteEbene mit dieser macht. Von den zahlreichen Constructionender Klinometer, deren man sich entweder zum Messen der Nei-gung einer Fläche , eines Berges u. s. w., oder hauptsächlich beigeognostischen Untersuchungen • zur Bestimmung des Fallenseines Lagers, einer Schichte u. s. w. bedient, werde ich nureinige beschreiben, ohne dabei die eigentlichen Nivellir - Instru-mente, als der Canalwaage mit Quecksilber oder Wasser, oderdes Ramsdenschen Nivellir-Apparates mit Wasserwaage, Fern-rohr und Gradbogen zu erwähnen, obgleich insbesondere dieserletzte zum Messen der Neigung bequem und zugleich wegenseiner grofsen Genauigkeit vorzugsweise brauchbar ist. ,

Das einfachste Werkzeug dieser Art ist die gemeine Setz-waage der Maurer, Schreiner u. s. w. , welche aber in ihrer ge-wühnlichep Gestalt die Abweichung von der horizontalen Flächeohne genaue Messung nur anzeigt und in dieser Beziehung da-her richtiger KlinosL-op genannt werden müfsie. Die französi-schen Geometer bedienten sich zum Messen des Neisunsswin-kels ihrer Mefsstangen eines sehr feinen Apparates. Das recht-üÖ! winklige Dreieck ACß ruhet auf den völlig plan geschliffenenFütsen A, B, und trägt in seiner Spitze G eine auf dem einge-theilten Gradbosen sich frei bewegende Alhidade, an welcherdas Niveau aß so befestigt ist, dafs sie beim völlig horizontalenStande des Klinometers mit 0 auf 60° der Theilung des Grad-bogens zeigt. Ist die gemessene Ebene nicht horizontal, so ver-schiebt man die Alhidade nach der einen oder andern Seite solange , bis das Niveau wieder den horizontalen Stand zeigt, undliest den Neisunizswinkel ab. Zu jmifserer Genauigkeit wirddie Alhidade zuerst mit der Fland geschoben, dann vermittelst