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Kohlenstoff.
Es erscheint als ein farbloses Gas von 0,9706 specifischem Ge-wichte, von schwachem Geruch, beim Einathmen von sehr er-stickender Wirkung. Es wird wenig vom Wasser verschluckt.Setzt man ein Mats dieser Gasart mit einem gleichen Malse Chlor-gas gemengt dem Lichte aus, so verliert das Gemenge seinegelbe Farbe, verdichtet sich auf die Hälfte und ist in das Phos-gengas verwandelt, welches ein spec. Gewicht von 3,4249 be-sitzt , noch erstickender und unangenehmer als Chlor riechtund die Augen zum Thränen reizt und welches sich in Berüh-rung mit Wasser in Salzsäure und Kohlensäure zersetzt.
Die Kohlensäure , Lujtsäure oder fixe Luft (6 Kohlenstoffauf 16 Sauerstoff) bildet sich vorzüglich beim Verbrennen koh-lenstoffhaltiger Körper in Luft oder Sauerstoffgas. Diamant undGraphit bedürfen zum Verbrennen einer viel starkem Glühhitzeals Kohle. Die Verbrennung ist besonders im Sauerstoffgas sehrlebhaft und geht bpim Diamant bis zum Schmelzen des Platins,worauf ersieh befindet. Im Sauerstoffgas fährt der Diamant, nach-dem er einmal entzündet ist, zu brennen fort; in atmosphäri-scher Luft erlöscht er, wenn man nicht ihn zu erhitzen fort-fährt, wegen der erkältenden Wirkung des in der Luft enthal-tenen Stickgases. Das durch das Verbrennen von Diamant inSauerstoffgas erzeugte kohlensaure Gas hat dasselbe Volumen,wie das verbrauchte Sauerstoffgas, und es kann daher das koh-lensaure Gas angesehen werden als Sauerstoffgas, in welchemsich Kohlenstoff gelöset hat, ohne dafs irgend eine Volumens-änderung des Gases eingetreten wäre. Ein Gemenge aus 1 MafsKohlenoxydgas und £ Mafs Sauerstoffgas, verpufft durch denelektrischen Funken oder einen flammenden Körper mit unmerk-lichem Knalle und liefert 1 Mafs kohlensaures Gas. Man ver-schafft sich die Kohlensäure durch Zersetzung eines kohlensau-ren Salzes, wie des kohlensauren Ammoniaks oder Kalkes mit-telst einer stärkern Säure. Erfolgt diese Operation in dem einenEnde einer starken zugeschmolzenen Glasröhre, während das an-dere Ende erkältet wird, so sammelt sich im letzteren die Koh-lensäure als eine wasserhelle, tropfbare Flüssigkeit an, in grofserKälte nicht erstarrend, das Licht viel schwächer brechend alsWasser 1 . Unter gewöhnlichem Luftdrucke entwickelt sich dieKohlensäure als ein farbloses Gas, von 1,5252 specilischem Ge-
1 Vcrgl. oben Th. IV. S. 1020.