Koluren.
9 Iß
hat einen schwachen Geschmack, wirkt höchst giftig und zer-fällt mit Wasser allmälig in Salzsäure und Cyansäure.
Das Schwefelcyan (26 Cyan auf 32 Schwefel) fällt beimBehandeln des wässerigen schwefelblausauern Ivali’s mit Cldoroder Salpetersäure als ein pomeranzengelbes Pulver nieder. DieSchwefelblausäure (58 Schwefelcyan auf 1 Wasserstoff’) kenntman in Verbindung mit Wasser und Salzbasen. Sie wirkt gleichder Blausäure stark narkotisch-giftig, röthet Lackmus stärkerals diese und zeigt einen säuern , nicht den bittermandelartigen,Geschutack; sie wird durch die lebhafte gelbrothe Färbung er-kannt, welche sie Eisenoxydsalzen erlheilt; ihre Verbindungenmit Metalloxyden gehen beim Erhitzen in Schwefelcyan-Metalleüber. Mit Hydrothionsäure erzeugt sie die Ilydrolhion- Schwe-felblausäure, welche eine wasserhelle, ölige, leicht zersetzbareFlüssigkeit dafstellt.
Beim Zusammenbringen von Cyangas mit hydrothionsaueremGas verdichten sich diese beiden Gase zu krystallinischein hy-drothionsauerem Cyan, welches bei weniger Hydrothionsäuregelb und leicht im Wasser löslich, bei mehr Hydrothionsäuregelbroth und schwierig im Wasser löslich ist.
C.
Koluren.
Coluri; Colures; Coluresj sind zwei auf der Him-melskugel durch beide Pole gehende Kreise, deren einer durchdie beiden Nachtgleichenpuncte, der andere durch die beidenSonnenwer.depuncte geht; jener heilst der Kolur der Nachtglei-chen (colurus aequinoctiorum j colure des equinoxes) , der an-dere der Kolur der Sonnenwenden ( colurus solstitiorum; coluredes solstices). Als Ursprung des Wortes giebtlVErLEK ‘Folgendesan: das griechische Wort xoXovQog (von xoXog verstümmelt,ovqÜ der Schwanz) beziehe sich hier darauf, dafs wir diesenlvreis immer nur verstümmelt, nämlich sein dem unteren Polenächstes Ende nicht, sehen. . B.
1 Epitomc L. Ih N. IX. X.