Band 
[Fünfter Band. H - K.]
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Komet.

Schweif eine wellenartige Bewegung gezeigt, eine plötzlicheVerlängerung und ein Breiterwerden und dann wieder ein Ver-kürzen der Schweifstrahlen. Schröter beobachtete eben dieseErscheinung, die er mit dem Strahlenschiefsen der Nordlichtervergleicht, an dem Kometen von 1807 und hält sie für einenBeweis einer wirklichen Veränderung in dem Lichte des Kome-ten , die von einer Naturkraft bewirkt werde, welche der elek-trischen oder galvanischen ähnlich sey, indem diese Lichtwech-sel sich in wenigen Secunden auf 1 Million Meilen fortpflanzenmüfsten. So sehr aber auch Schröter diesen momentanen Licht-wechsel als etwas den Kometenschweifen EigentJnimliches ver-theidigt, so gestehe ich doch , dafs ich mir diese Veränderungen *durchaus nicht anders als blofs scheinbar denken kann undhierin auch Olbers Autorität für mich hat. So wie nämlichdas Funkeln der Sterne durch den ungleichen Zustand unsererAtmosphäre, durch ein Vorüberziehen ungleich brechender Luft-und Dunstmassen, bewirkt wird, so scheint auch jenes Strahlen-schiefsen nur in der ungleichen Durchsichtigkeit der Atmosphäre,deren momentane Aenderungen uns nur bei so matt leuch-tenden Gegenständen kenntlich werden, seinen Grund zu haben.Einen Hauptgrund gegen eine im Schweife selbst vorgehendeVeränderung hat Olrers angeführt irnd diesen halte ich fürunwiderleglich. Wir wissen, dafs das Licht ungefähr 24 Sec.braucht, um 1 Million Meilen zu durchlaufen, und haben garkeinen Grund anzunehinen, dafs das Licht eines Kometenschwei-fes sich hierin anders verhalte. Gesetzt nun, das eine Ende desKometenschweifes sey 1 Million Meilen weiter von unsermAugeentfernt, als das andere, und beide würden vollkommen gleich-zeitig heller leuchtend , so könnte jene wahrhaft momentan denganzen Schweif durchfliegende Erhellung uns doch am entfern-tem Ende erst 24 Secunden später als am nähern Ende sichtbarwerden. Da nun in einigen Fällen diese Erscheinungen für nochgröfsere Unterschiede der Entfernungen statt gefunden haben,ohne merkliche Zeitverschiedenheit, so scheint es, dafs man garnicht annehmen darf, dafs sie auf reellen Veränderungen im Zu-stande der Kometen beruhen *.

1 Schröter’ s Einwürfe hingegen (in den Beobachtungen des Co-meten von 1811, S. 281.) scheinen mir nicht hinreichend begründet.