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[Fünfter Band. H - K.]
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Bildung der Schweife.

Vermnthungen über die Entstehung derSchweife und über die Ausbildung derKometen überhaupt.

Unter den Meinungen über die Bildung der Schweife willich zuerst diejenige anfiihren , welche zu mathematischen Unter-suchungen geeignet mir am meisten für sich zu haben scheint.Obgleich Kepi.ek schon etwas Aehnliches geäufsert hatte, so istdoch wohl Ncwtos als der Erste zu nennen, der die Behaup-tung, die Schweife entständen aus Theilchen , welche mit gro-l’ser Schnelligkeit von der Sonne abwärts getrieben werden, nä-her untersucht hat h Er zeigt, dafs alle Erscheinungen derSchweife, namentlich ihre Zurückbeugung hinter den verlän-gerten Radius Vector des Kometen, ihre Krümmung, die un-gleiche Gröfse dieser Krümmung, die uns nur dann kenntlichwird, wenn unser Auge von der Ebene der Kometenbahn ziem-lich entfernt ist, beweisen, dafs die Schweife aus Theilen ent-stehen , die vom Kopfe des Kometen von der Sonne abwärtsaufsteigen. Sa wie der Rauoh in der Luft gerade aufsteigt voneinem ruhenden Körper, aber eine schiefe Rauchsäule giebt,wenn der Körper immer den Ort verläfst, von wo die früheraufgestiegenen Theile ausgingen , so müsse auch diese vom Ko-rmeten aufsteigende Materie einen rückwärts abweichenden Schweifhervorbringen, und diese Abweichung müsse geringer seyn inder Sonnennähe, wo das Aufsteigen der Theilchen schneller sey.Die gröfsere Helligkeit der vorangehenden Seite des Schweifes,welche man so sehr oft viel schärfer begrenzt und glänzende^als die nachfolgende, gesehen hat, erklärt Newton, wohl nichtganz genügend, daraus, dafs der den Schweif bildende Dunsthier etwas neuer und deshalb dichter sey. Die Zeit, in welcherdiese Materie vom Kopfe bis zum Ende des Schweifes aufsteige,könne man ungefähr kennen lernen, wenn man vom Ende desSchweifes eine gerade. Linie nach der Sonne ziehe und denPunct bemerke, wo sie die Kometenbahn schneide; dieser Punctwürde der genaue Punct seyn, von welchem die am Ende an-gekommenen Theile ausgegangen waren, wenn die Schweif-theilchen nicht die mit dem Kometen schon erlangte Geschwin-digkeit behielten; bei einer genauem Bestimmung müsse man

1 l’rincip. phil. nat. Eil. S. p. 511.