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[Fünfter Band. H - K.]
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Kraft.

aus der erzeugten Bewegung zu finden, wonach also eine jedeKraft = 0 oder sie selbst todt seyn mufs, wenn sie gar keineBewegung hervorbringt. Nach dieser Bestimmung müfsten allein der Statik betrachteten Kräfte todte seyn , weil man blofs dasdurch sie erzeugte Gleichgewicht construirt. Aber auch aufser-dem erkennt man bald die Unzulässigkeit dieser angenommenenBezeichnung, insofern sie der Kraft selbst etwas beimifst, waskeineswegs in dieser und selbst nicht einmal in demjenigen Kör-per liegt, dem sie angehört, sondern in der Beschaffenheit des-jenigen, gegen welchen die Kraft ausgeübt wird. Soll fernerdas Prädicat todt , jenem Sprachgebrauche gemäfs, das Aufhö'render Wirksamkeit bezeichnen, so führt dieses in der Anwendungzu seltsamen Folgerungen. Wenn man z. ß. in die eine Schaleeiner über einem Tische befindlichen Waage ein Gewicht legt,so wird sie niedersinken und auf der unbeweglichen Unterlageruhen. Diese bleibende Wirkung müfste also durch eine todteKraft erzeugt werden , welche augenblicklich wieder lebendigwürde, wenn man die Unterlage wegnähme. Zwei gleiche Ge-wichte auf beiden Waagschalen wären lebendig, so lange dieWaage oscillirt, und würden beide todt, sobald sie still steht.Obgleich es sich hier nun blofs von einer Bezeichnung undeinem Ausdrucke handelt, in der Sache selbst aber nichts geän-dert wird, so ist es doch besser, solche blofs willkürliche Be-stimmungen aus der Wissenschaft zu entfernen; denn offenbarwird keine Veränderung in der Kraft selbst dadurch hervorge-bracht, dafs ihr eine andere gleich starke widerstrebt und nichtsie selbst, sondern blofs ihre Wirkung = 0 macht.

Leibsitz nennt diejenige Kraft lebendig, welche nichtblofs ein Streben nach Bewegung, sondern wirkliche Bewegungerzeugt, und in diesem Sinne ist der Ausdruck auch von Wolf 1 2verstanden worden, Joh. Bersoulli 2 dagegen dehnt den Begriffzugleich auf diejenigen Körper aus, welche durch ihre eigene Be-wegung andere in Bewegung setzen könnten, wenn sie diesel-ben träfen, z. B. eine fallende Kugel, welche in sich die Krafthabe, eine andere fortzustofsen, obgleich sie dieselbe nicht trifftund daher auch nicht fortstöfst. Indem aber die Kraft eines be-^wegten Körpers nicht aufhören kann, so lange sie nicht in

1 Elem, Math. Mecli. Cap. I. def. 7.

2 Acta Erud. 1735. Mai. p. 210. Opp. T. III. Nr. 145.