Band 
[Fünfter Band. H - K.]
Seite
1028
JPEG-Download
 

1028

Krystall.

Flächen gb und bh parallel ist, und dreht man um diese denKörper, an welchem die beiden spiegelnden Flächen gb und bhVorkommen, so dafs die Linie cf in der Ebene d cf sich bewe-gend an die Stelle von cd kommt, Während zugleich die auf cfsenkrechte bh diejenige Stelle einnimmt, die vorher von gbeingenommen wurde, so mu(s wieder der nämliche Lichtstrahl1 d in derselben Linie d a wie früher in das Auge bei a zurück-geworfen werden. Wird also der Winkel dcf gemessen, sowird dadurch der gesuchte Neigungswinkel gbh gefunden, denner ist = 180° — dcf.

Es kommt also darauf an, irgend ein zu genauer Winkel-messung taugliches Instrument mit einer Vorrichtung zu verbin-den , mittelst welcher der Krystall gehalten und in verschiedeneStellungen gebracht werden kann , damit die Linie der zu mes-senden Kante senkrecht auf die Ebene des in Grade aetheilten

O

Kreises gerichtet sey, und wodurch wenigstens annähernd dieErzeugung einer solchen Stellung erhalten werde, in welcher diebeiden Krystallllächen, wodurch die zu messende Kante gebildetist, sich in gleicher Entfernung von der ihnen parallelen Linie,welche in dem Mittelpuncte des eingetheilten Kreises senkrechtauf denselben gedacht wird, befinden, und endlich, wenn dieseStellung erreicht ist, Umdrehungum diese als Axe desWinkel-mafses dienende Linie statt finden könne.

Das VVollastonsche Goniometer besteht daher aus einem

fig.

215. Gestelle , welches zwei Füfse d und e und einen an diesen be-festigten Nonius c trägt, aus einem in Grade getheilten Ringeab, befestigt an einer Nabe (d,h. röhrenförmigen Axe), in wel-cher ein kegelförmiger Stift ff, dessen Axe am Mittelpuncte desGradkreises auf der Ebene desselben senkrecht steht, drehbarist. Mit der Aufseniläche der Nabe ruht diese Vorrichtung ineiner Hülse, die am obern Ende des Gestelles angebracht ist.Die am Rande gekörnte Scheibe k ist an der Nabe fest, drehtdiese und somit auch den Gradring, wobei zu gleicher Zeit auchjener kegelförmige Stift ff sich mit drehen mufs. Die zweite andem Rande gekörnte Scheibe i dient dazu, den Stift ff allein inumdrehende Bewegung zu versetzen , ohne dafs der Gradringsich mit bewegt, welcher, um diesen Zweck zu erleichtern, oftnoch bei x durch eine Feder, die am Gestelle befestigt ist, wäh-rend sie zugleich einen Vorsprung der innern Fläche des Ringesberührt, festgehalten wird. Der Stift ff trägt einen Bogen fr,