1029
Krystallometrie.
welcher durch ein einfaches Gelenk mit einem zweiten Bogento verbunden ist. Dieser tragt einen cylindrischen, in der Hülsep drehbaren und seiner Lange nach verschiebbaren Stift oo. Andas obere Ende desselben wird bei h der Krystall mit Wachsbefestigt, so dafs die zu messende Kante annähernd dem Au-^enmafse nach senkrecht auf der eingetheilten Kreisscheibe sichbefindet, wie dieses die Figur zeigt. Das Instrument ist so ge-stellt, dafs 2 Horizontallinien w und v art einem hinreichendentfernten Gegenstände mit der Axe ff desselben parallel sind»Durch Drehung des Griffes i sucht man den Krystall abwech-selnd in jene zwei Stellungen zu versetzen, in welchen die eineoder die andere der Flächen der zu messenden Kante die obereLinie w so abspiegelt, dals ihr Bild mit der untern direct ge-sehenen Linie v zusammenfällt. Das Auge mufs dabei derKry-stallfläche möglichst nahe seyn. Das erwähnte Zusammenfallenwird nicht auf den ersten Versuch statt finden und man mufsalsdann durch Anwendung der drehenden Bewegungen , welcheder Stift o o in der Hülse p gestattet, und jene Bewegung, diedas Gelenk bei r erlaubt, dahin zu wirken suchen, nach undnach die Linie der zu messenden Kante möglichst vollkommensenkrecht auf die Ebene der Kreisscheibe zu stellen, indem als-dann auch beide Kantenllächen auf diese Ebene senkrecht sind.
Ob dieses vollkommen gelungen sey, erkennt man daran,dafs durch blofse Umdrehung des Griffes i es möglich ist, ab-wechselnd auf der einen und der andern der Krystallilächen,welche die zu messende Kante bilden, die Linie w sich so ab-spiegeln zu lassen, dafs das Auge ihr Bild mit der direct ge-sehenen Linie v genau zusammenfallend erblickt. Die Verschie-bung des Stiftes o o in der Hülse p hat namentlich den Zweck,die Krystallkante der Verlängerung der geometrischen Axe vonff nähern zu können, damit in dem Viereck dcfb die Seitende und cf einander gleich gemacht werden. Man sucht dahergleich anfangs dahin zu wirken, dafs die beiden Kantenflächender geometrischen Umdrehungsaxe des Kegels ff sehr nahe lie-gen, ohne jedoch in sie zu fallen, und man hat dann nur einekleine Verschiebung des Stifts oo nöthig, um mithinreichenderGenauigkeit die Gleichheit der Entfernungen beider Kantenflä-chen von dieser Axe zu bewirken.
Ist nun auf solche Weise die richtige Stellung des Krystallsin Beziehung zu den Theilen des Krystallhalters durch vielfach