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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Lebenskraft.

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organischen Körper wachsen von Innen eben durch die Thätigkeiteiaenthümlicher Organe und ihre Formen sind zwar regelmäfsi",mitunter selbst geometrisch construirbar 1 , keineswegs aber gebensie im lebenden Zustande gleichmäßig gestaltete regelmäfsigeKörper und überhaupt sind von allen organischen Materien nurdie einfachsten Verbindungen , namentlich die Säuren , krystal-lisationsfähig. Alle unorganischen (nie belebten, absolut todten)Körper dagegen wachsen durch Hinzukommen neuer Bestand-theile von Aufsen, durch eine Art von Aggregation, und zugleichin der Art, dafs sie eine regelmäfsige Gestalt annehmen (Kry-stallbildung), welche geometrisch aus der Hypothese einer nachconstanten Gesetzen erfolgenden Auflagerung gleichgeformterBestandtheile construirt werden kann 2 . Diese Krystallisirfcar-keit ist den meisten, vermuthlich allen unorganischen Körperneigen und zeigt sich daher allgemein, wenn sie fest werdenund dabei das Bestreben einer regelmäfsigen Auflagerung ihrerBestandtheile nicht durch anderweitige Bedingungen gehindertwird. Die sämmtlichen regelmäfsig gebildeten, unorganischenNäturkörper lassen sich daher mechanisch (zum Theil auchdurch Anflösungsmittel) so zerlegen, dafs die Theile dem Gan-zen vollkommen ähnlich sind oder diejenigen einfacheren Ge-stalten zeigen, deren Vereinigung die Form der zerlegten er-zeugen mufste 3 .o

Ein zweiter Unterschied unbelebter unorganischer Körperund der organischen, welche belebt oder der Belebung fähigoder durch Lebensthätigkeit entstanden sind, zeigt sich in derQuantität und dem quantitativen Verhältnisse ihrer constituiren-den Bestandtheile. Die unorganischen Körper sind nämlich ent-

1 Einen Versuch von Vieth, die Formen organischer lebenderKörper geometrisch zu construiren, findet man in G. LUI. 225.

2 Vergl. Krystall.

3 Einige Naturphilosophen lassen auch die Krystalle durch eininneres Leben, einen Bildungstrieb u. s. w. entstehn. Will man An-ziehung, chemische Verwandtschaft und sonstige physische Kräfteinsjesammt unter den gemeinsamen Begriff des Lebens bringen, sokam man hierdurch zuletzt den Unterschied zwischen einem Sand-steine und einem Menschen aufheben , allein dennoch zeigt der Au-gerschem jedem Unbefangenen in ersterem eine blofse Aufhäufungährlicber Theile, in letzterem aber ein Wesen mit höherem Organis-mus versehen.

VI. Bd.

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