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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Lebenskraft.

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Ein dritter Unterschied belebter organischer lind unorgani-scher Körper besteht darin, dafs die letzteren, wenn auch nichtin gleicher Gröfse, doch von der nämlichen Gestalt und Be-schaffenheit aus ihren Bestandtheilen künstlich zusammengesetztwerden können, so wie die Natur sie liefert, dafs die Zusam-mensetzung belebter organischer Körper aus ihren Elementenaber der Kunst ganz unmöglich und selbst die Darstellung derdurch Lebensorganismus erzeugten Verbindungen bis jetzt un-erreichbar war. Die unorganischen sind nämlich entweder ein-fache Substanzen, oder durch chemische Affinität vereinte unddurch Vermehrung von Aufsen her gebildete, die organischendagegen ternäre und mehrfache Verbindungen , welche den inbelebten Körpern wirksamen Kräften ihre Vereinigung verdan-ken. Auch diese, wenn gleich unbelebt, als Zucker, Stärke-mehl, thierisches und vegetabilisches Fett, Muskelfleisch, Blutu. s. w., lassen sich durch Kunst nicht erzeugen 1 und man ver-mag blofs eine höhere Verbindung , z. B. Stärkemehl, in eineniedere, das Zucker, oder letzteres in eine noch einfachere, z.B.die Kleesäure , zu verwandeln.

Nur in ternären und höheren Verbindungen, nicht aber inbinären oder solchen , die sich auf diese zurückbringen lassen,zeigt sich Leben; die Natur, so wenig sie sonst in bestimmteClassen abtheilt, hat hier eine genaue Grenze gezogen. DieAeufserungen des Lebens finden nur statt vermittelst gewisserOrgane, welche von den kenntlichsten bis zu den feinsten, demAuge des Beobachters entschwindenden abnehmen und nachihrer Menge und Feinheit die höheren Organismen von den nie-deren , die feiner organisirten Wesen von den gröber organisir-ten unterscheiden lassen. Die Hauptclassen der durch diese Or-

1 Die Kleesäure steht anscheinend mit diesen Sätzen im Wider-spruche, indem sie als organischer Körper aus % MischungsgewichtenKohlenstolF und 3 Mischungsgewichten SauerstotF bestehen soll, mithineine binäre und doch organische Verbindung ist und aufserdem durchKunst erzeugt werden kann. Allein die aufgestellten Gesetze sind an-derweitig so vielfach bestätigt und das Verhalten dieser einzigen Sub-stanz ist noch zu wenig mit absoluter Gewifsheit aufgefunden, alsdafs man hiernach das Ganze aufzugeben geneigt sejn sollte. Endlichwird auch die Kleesäure künstlich aus Zucker, also einem organischenKörper durch die Einwirkung der Salpetersäure erzeugt. S. L. G.ae-lis’s Handbuch der Chemie. Th. II. Abth. 1. i, A.

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