11.6
Lebenskraft
gane bedingten Lebensfunctionen sind die Erzeugung und dieErnährung *, wozu bei den höheren Organismen noch die Erhal-tung gesetzt werden kann : eine tiefer eingehende Untersuchungdieser Functionen bildet das Gebiet der Physiologie. Die Er-zeugung geschieht bei den höheren Organismen durch den be-lebten Samen, bei den niederen fällt sie zuweilen mit der Er-nährung zusammen , indem ein von einem belebten organischenKörper getrennter Theil unter gegebenen Bedingungen fortwächstund ein neues Individuum bildet. Bei den niederen Organismenist ferner die Ernährung zugleich einzige Bedingung der Erhal-tung, bei den höheren kommen jedoch noch eigenthümliche,hierzu nothwendige E'unctionen hinzu, namentlich bei den Thie-len das Athmen, die Ilautausdünstung u. s. w. Das Leben istferner durch eine Menge Abstufungen gesteigert, insofern esnamentlich bei den Pflanzen olt in den einzelnen Theilen der-selben besteht, welche dann für sich ernährt forlwachsen, beiden Thieren aber durch die Zusammenwirkung der gesamintenOrgane bedingt wird. Man darf hiernach nicht tüglich einzelnenTheilen der thierischen Körper eigentliches Leben beimessen 1 2 ,obgleich eine gewisse Lebensreizbarkeit noch nach dem Todesowohl im ganzen thierischen Körper, als auch in einzelnenTheilen desselben fortdauert, wie sich in den unwillkürlichenZuckungen der Muskeln zeigt, welche durch mechanische oderchemische Reizmittel, insbesondere aber durch den Galvanismuserzeugt werden.
Dafs die das Leben bedingenden Thätigkeiten der Organesich nicht auf die anderweitig bekannten physikalischen undchemischen Kräfte zurückbringen lassen, geht schon daraus un-verkennbar hervor, dafs organische Verbindungen durch diesenicht erzeugt werden können; aber es giebt noch aufserdemeine Menge Beweise hierfür 3 . Dabei versteht sich von selbst,
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dafs auch die belebten Körper den allgemeinen Naturgesetzen,z. B. der Anziehung, der chemischen Verwandtschaft u. s. w,,folgen müssen, allein es zeigen sich bei ihnen noch aufserdem