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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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J j e b e n s k r a f t.

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belebten Körpern wirksamen Kräfte vorerst nur in Beziehung aufihre Aeufserungen näher kennen zu lernen, und in sofern manzu diesem linde mit der Kenntnifs der verschiedenen einzelnen* Organe lebender Wesen, in denen sich die Lebensthätigkeit ganzeigentlich zeigt und welche zu ihrer Wirksamkeit unentbehrlichsind , in einem höheren Grade ausgerüstet sevn mufs, als diesesbei dem Physiker in der Regel der Pall seyn kann , so bleibtdieser eigenthiiinliche Zweig der Naturforschung als eine specielleweitläufige und schwierige Aufgabe den Physiologen überlassen.

Die Lebensfunctionen sind sowohl bei den Pllanzen, alsauch bei den Thieren höchst mannigfaltig und die Präge, oballe diese auf eine einzige Kraft zurückgeführt werden könnenund müssen, liegt daher sehr nahe bei der Sache. Im Allge-meinen bestehen manche Pflanzen - und Thier-Species aus dennämlichen einfachen Bestandteilen, auch ist eine scharfe Grenzezwischen den Animalien und Vegetabilien kaum nachzuweisen,so dafs man hiernach die das Leben bedingende Kraft bei beidenals gleich ansehn könnte. Auf der andern Seite aber ist das Le-ben bei den Animalien innigst mit dem Empfindungsvermögenverbunden , welches den Pflanzen fehlt, bei den höheren Tliier-classen aber bis zum Selbstbewufstseyn gesteigert, bei den Men-schen sogar mit dem eigentlichen Nachdenken verbunden ist.Die Aufgabe wird zunehmend verwickelter, wenn man die viel-fachen anderweitigen physiologischen Gesetze berücksichtigt,namentlich dafs vermöge der fortdauernden Lebensthätigkeitzwar fortwährend neue Individuen erzeugt werden , aber allezeitnur solche Species, als die erzeugenden selbst sind , und dafsbei Bastarden die Portpflanzungsfahigkeit aufhört, dafs überhauptdie zahlreichen Organe, namentlich bei den höheren Thierclas-sen, auf so ganz verschiedene Weise wirken , bald zur Assimi-lation, bald zur Ausscheidung gewisser Bestandtheile, sich zwarvielfältig einander zu vertreten vermögen, im Ganzen aber fürihre individuellen Bestimmungen und ihnen eiger.thümliche Lei-stungen ganz unentbehrlich sind.

Man erkennt selbst bei einer nur oberflächlichen Betrachtungdie aufserordentliche Menge von Untersuchungen, welche vor-ausgehen miifsten, wenn es darum zu thun wäre, die vorliegendep'rage zu beantworten, nämlich ob allen Erscheinungen der Le-bensthätigkeit nur eine einzige Kraft zum Grunde hege oder obdie Wirksamkeit der verschiedenen Organe auf mehreren eigen-