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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Lebensk raft.

Lebensfunctionen nur geringeren Antheil, insofern die haupt-sächlich aus ihnen bestehenden Theile nicht mit Nerven versehnund daher unempfindlich sind.

Nach allen diesen Betrachtungen ist also das eigentlicheWesen des Lebens und der dasselbe bedingenden Lebenskraftnoch vielseitig in ein undurchdringliches Dunkel gehüllt. Alswahrscheinlich läfst sich jedoch annehmen, dals das Leben nichtan einfache materielle Stoffe gebunden ist, auch kann dasselbenicht füglich als für sich bestehend und den einzelnen Körpernnach aliquoten Mengen zugetheilt vorgestellt werden , vielmehrscheint das Leben jedes einzelnen Individuums nur an zusam-mengesetzte Körper gebunden und durch deren Organismus be-dingt, indem es schwach anfangend sich im Samenkorn ent-wickelt, zunimmt, oft oder vielmehr meistens vielfache Wechselder Steiaerun*; und Abnahme durchläuft und endlich mit derAbnahme und Zerstörung des organisirten Körpers plötzlich oderallmälia schwindet. Die Erde unter dem Einilusse und der Mit-Wirkung der ihr zugehörigen bekannten (und vielleicht pochunbekannten) Potenzen ruft das Leben überall hervor, indem anallen Orten, wo Wärme, Feuchtigkeit und sonstige Bedingungennicht fehlen, Bilanzen und Thiere entstehen und namentlichaus den zerstörten wieder hervorgehen.

Endlich verdient noch folgende Betrachtung hierbei nichtunberücksichtigt zu bleiben. Soll sich das Leben entwickeln,so mufs irgend ein organischer Körper als Samenkorn vorhandenseyn, welcher zwar für sich unbelebt scheint, wohl aber dieBelebunüsfähinkeit in sich träi>t. In den durch Kunst dar^estell-ten einfachen Bestandteilen organischer Körper entwickelt sichdurch ihre Vereinioun;? kein Leben , vielmehr scheint die Iler-vorrufung'des letzteren noch durch verschiedene, in der Naturgegebene Hiilfsmittel bedingt. So habe ich selbst vor längererZeit Stärkemehl, Schreinerleim, Gerstenkörner und Melonen-kerne unter destillirtem Wasser in ganz angefüllten oder einenkleinen Antheil Luft enthaltenden, fest verschlossenen Gefäfsenin verschiedenen Temperaturen theils in völliger Finsternifs, theilsin geringerem bis zum hellsten Sonnenlichte Jahre lang aufbe-wahrt, ohne dafs sich die geringste Spur einer Entwickelungdes vegetabilischen oder thierischen Lebens wahrnehmen liefs,welche jedoch unter gleichen Bedingungen beim Zutritte der at-mosphärischen Luft sehr bald erfolgte. Oft ruht die Lebens-