208 Leiter, Nie li tlei ter, Halbleiter.
kung der Fole ungleiche Temperatur und zwar die bessere Lei-tung an der positiven Seite durch die daselbst bewirkte vielstärkere Erhitzung und damit die positive Unipolarität bedingtseyn. Pheciitl sucht diese höhere Temperatur der Flamme aufder positiven Seite theils durch unmittelbare Erfahrungen, theilsdurch Schlüsse nachzuweisen und leitet sie von der grösserenVerzehrung des Sauerstoffs auf der positiven Seite ab, da diesepositive Zone der Flamme, wie alle Körper, besonders aber dieoxvgenirbaren , durch positive Elektrisirung eine gröfsere An-ziehung zum Sauerstoff erhalte.
Wenn gleich in den ganzen Darstellung dieser Phänomenedurch Pkeciitl ein schöner Zusammenhang ist und das von dem-selben im Allgemeinen aufgestellte Erklärungsprincip jener son-derbaren Erscheinungen der bipolaren und unipolaren Leitung ausblofser ungleicher Leitung auf beiden Seiten wohl begründet zuseyn scheint, so möchte docli die besondere Art der Anwendungauf die im engem Sinne unipolaren Leiter manche Einwendungenund Zweifel zulassen. Dafs eigentliche Feuchtigkeit, die nachder negativen Seite vorzugsweise hingezogen werde, die gröfsereLeitung des Natrons und der Körper, welche Natron in gewis-sen losen chemischen Verbindungen enthalten, wie Seife undEiweifs, und damit ihre negative Unipolarität bestimme , dürftenicht wohl anzunehmen seyn , da mit der Anziehung des Hy-drogens , von welcher diese Anziehung des Wassers abhängensoll, eine Zurückstofsung des Oxvgens gleichzeitig ist und sichalso beide Effecte in Beziehung auf das indifferente Wasser auf-heben. Vielmehr kann man die gröTsere Leitung auf der nega-tiven Seite von der Ausscheidung des Natrons oder Kali’s ablei-ten , während die Oelsäure, welche auf der Seite des positivenPols ausgeschieden wird, ein relativer Nichtleiter ist. Indel’sscheintauch dieser, wie allen ähnlichen chemischen Erklärun-gen , der Umstand im Wege zu stehn , daTs jene merkwürdigenPhänomene der Unipolarität sich schon im ersten Augenblickeder Schliefsung in ihrer ganzen Stärke zeigen, während zur Aus-scheidung einer hinlänglichen Schicht jener relativ isolirendenOelsäure doch einige Zeit erforderlich seyn würde. Inzwischenliefse es sich wohl denken, dafs bei der auf jeden Fall nur sehrunvollkommenen Leitung, welche die trockene Seife gewährt,und bei der ohne Vergleich besseren Leitung in der Säule selbstdas Zuströmen der Elektricität stark genug fortdauern könne,