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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Polare Leitung. 207

schon ursprünglich vorhanden , da er aus zwei oder mehrerenheterogenen Körpern bestand.

Schwieriger scheint die Anwendung dieses Erklärungsprin-cips auf die durch Ehman’s Versuche constatirten Fülle, in wel-chen die Zwischenleiter, wie die Flamme, die trockene Seife,das trockene Eiweifs , von vollkommen gleichförmiger Beschaf-fenheit sind. Hier sucht nun Pkechtl die Verschiedenheit desLeitungsvermögens der an die beiden Pole grenzenden Endenals Folge einer qualitativen Modification, welche sogleich mitder Schliefsung der Säule eintritt und durch das verschiedeneVerhältnifs dieser Pole gegen dieLeiter herbeigeführt wird, nach-zuweisen. In Beziehung auf die sogenannten negativ - unipola-ren Leiter sucht derselbe alles auf die greisere Anziehung desWassers nach der negativen Seite und das dadurch erhöhte Lei-tungsvermögen an dieser Seite zurückzuführen. Diese Anzie-hung zum Wasser soll durch die an der negativen Seite auftre-tende Tendenz zur Hydrogenirung (!) bewirkt werden, da nurdurch Zersetzung des Wassers diese Tendenz befriedigt werdenkönne. Das Wasser, sey es auch in der Substanz nur im Mi-nimum verbreitet oder selbst nur als Krystallisationswasser vor-handen, werde in die Nähe des negativen Drahtes gezogen unddadurch das Phänomen der negativen Unipolarität bewirkt.

Befeuchtet man den positiven Pol, so wird die Ungleichheit derLeitung aufgehoben , daher der Kreis geschlossen. Diese An-ziehung soll vorzüglich durch das Natron bewirkt werden, vonwelchem eigentlich die Leitung abhänge. Die durch die Wir-kung des negativen Pols in der an denselben angrenzenden Seitebewirkte Anziehung der Feuchtigkeit soll durch Versuche vorAugen gelegt werden können ; denn wenn man die völlig trock-nen Enden der Polardrähte in die isolirte Seife bringe und nach \

einigen Augenblicken wieder aus derselben herausziehe und sieauf reagirendes Papier abwische, so gebe nur das negative Ende,so weit es in der Seife gesteckt hatte, eine alkalische lleaction,während das positive Drahtende keine oder zuweilen nur äu-fserst gering« Spuren dieser Färbung bei längerer Dauer derSchliefsung zeige. Gerade so verhalte es sich auch mit demgetrockneten Eiweifs, welches Natron in demselben Zustandewie die Seife enthalte. Bei der Flamme soll diese ungleicheLeitung an den beiden , mit den Polen in Verbindung tretendenSeiten der Flamme durch die vermöge der verschiedenen Wir-