213
Polare L c i l u n g.
vielmehr alle lleciprocität auf und die negative Klektricität wirdeben sowohl wie die positive von der aphlogistischen Lampezum darüber stehenden Schirme fortgeleitet. Eben weil dieF'ranklin’sche Theorie demnach nicht zur Erklärung jener Phä -nomene Jiinreicht, sieht fiiuuK dieselben vielmehr als einenBeweis gegen diese Theorie an. Dagegen glaubt er sie sehrwohl unter die dualistische Ansicht bringen zu können, indemer sie als bedingt durch die specifische Eigenthümlichkeit beiderelektrischer Thätigkeiten ansieht, dal's nämlich die positive Elek-tricität einen höheren Grad von Expansibilität habe, als die ne-gative. Wenn nun ein Körper durch besondere Umstände mehrgeeignet wäre, Klektricität expandirend ausströmen zu lassen, sowird die positive als die expansiblere etwas mehr, die nega-tive etwas weniger an dieser Bethätigung Theil nehmen. Dal’svermehrte Wärme die Leitungsfähigkeit erhöhe, beweisen alleErscheinungen 1 , und sie wirkt also auf eine ähnliche Art, wiedie mechanische Formänderung, die Zuspitzung, welche gleich-falls die Fortleitung und Ausbreitung begünstigt und von wel-cher vielleicht genauere Versuche noch erweisen mögen, dalsauch durch sie die Ausströmung der positiven Klektricität als derexpansibleren mehr begünstigt werde, als der negativen. Dasglühende Platin ist zu betrachten als eine Spitze, an der alsodurch Glühen das Metall selbst oder die dasselhe umgehende,auf einen bestimmten Grad erhitzte Atmosphäre der Gasartenoder wahrscheinlich beide zugleich die F’orlleitung der Elektri-cität nach Anfsen überhaupt begünstigen. Dieses bildlich soge-nannte Ansströmen wird auch hier etwas kräftiger von der posi-tiven als von der negativen Klektricität geschehen. Die 4 Haupt-modificationen des Versuchs stimmen mit diesen Prämissen voll-kommen zusammen und rechtfertigen eben damit die Erklärung.
1) Ist über dem positiv geladenen Platindrahte mit seinemdurch Glühen gesetzten oder potenzirten Spitzenwerte ein Schirmim elektrischen Gleichgewichte, so würde ohne don Mechanis-mus der Spitze eine blofse Verteilung statt finden. Bei derbestehenden Erhöhung deT Mittheilung kann aber das expansi-blere positive Fluidum zum Schirme sich fortpflanzen und ihndurch Mittheilung Uden.
1 Davi’s spätere Erfahrungen beweisen bei Metallen das Ge-genteil.