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Licht.
Licht unser Auge trifft und in demselben die Einwirkung aufunser Bewufstseyn hervorbringt, wodurch wir die Körper nachGröfse und Gestalt, Glanz, Farbe u. s. w. unterscheiden. Aberindem wir so dasLicht als von den Körpern zu uns oder andernKörpern gelangend betrachten, lassen wir es noch völlig unent-schieden, ob dabei ein materieller Stoff, eine Lichtmaterie, vonden Körpern ausfiiefsend, zu andern Körpern und zu unseremAuge gelange, ob der Lichtstrahl (radius lucis ; rayon delumi&re; ray of light'), worunter wir die von einem Puncteausgehende und sich in gerader oder gebrochener Linie fortpflan-zende Einwirkung des Lichtes verstehen, ausTheilchen bestehe,die den lichtgebenden Körper verlassen, um zu andern hinüberzu gehen, oder ob ohne einen solchen Strom fortbewegter Kör-perchen die Wirkungen der Erleuchtung sich auf andere Weise,etwa in einem alle Körper umgebenden Mittel, fortpllanzen. Dawir indefs von Schallstrahlen , welche sich von dem schallerre-genden Körper nach allen Seiten ausbreiten, zu sprechen ge-wohnt sind, obgleich wir dabei mit Gewifsheit wissen, dafs eskeine Schalluiaterie giebt, die in diesen Schallstrahlen fortströmt,so wird es uns noch mehr erlaubt seyn, von dem Fortgange derLichtstrahlen, von dem Wege, den sie verfolgen, von ihrerGeschwindigkeit zu reden , indem es hier nicht so entschiedenist, ob ein Ausströmen von materiellen Theilchen statt findeoder nicht.
Um nun die Erscheinungen, welche das Licht darbietet,und die Theorien, wodurch inan sie zu erklären gesucht hat,geordnet durchzugehen, werde ich zuerst von der ursprünglichenEntstehung des Lichtes, dann von der Geschwindigkeit der Fort-pflanzung des Lichtes und von den Gesetzen des ungestörten unddes durch Zurückwerfung oder Brechung geänderten Fortgangesdes Lichtes, so wie von der Beugung des Lichtes u. s. w., vonder Zerlegung des Lichtstrahles in Farbenstrahlen, von der Po-larisation des Lichtes und den unter gewissen Umständen ein-tretenden Interferenzen reden , die chemischen Wirkungen desLichtes werden darauf folgen und endlich die verschiedenenTheorieen über die Natur des Lichtes den Beschlufs machen.Ich werde bei der Darstellung der Erscheinungen kein Bedenkentragen, von Lichttheilchen da zu reden, wo die Vorstellung,als ob es fortbewegte Körperchen wären, zur deutlichem Auf-fassung beiträgt, indem es den späteren theoretischen Betrach-