Durch Phosphore.scenz. 237
nigfaltigen Versuchen Anlafs gegeben hat. Er zeigt in freierLuft, selbst bei niederer Temperatur, iin Dunkeln ein grünlichweifses Licht, welches mit dem Ausstofsen weifser Dämpfe be-gleitet ist. Dafs diese Erscheinung nichts anderes als ein lang-sames Verbrennen sey, eine Verbindung des Phosphors mit demSauerstoff, welcher dadurch aus der atmosphärischen Luft aus-geschieden wird *, ist entschieden und bekannt genug. NachIIeixuich’s Versuchen tritt dieses Leuchten in atmosphärischerLuft schon bei -j- 2° bis -f- 4° IL ein; der Phosphor brennt inatmosphärischer Luft bei -f- 30° R., im Sauerstoffgas bei-J-20°R-Phosphor unter Wasser erhitzt leuchtet beim Abkühlen, wäh-rend er unterWasser bleibt, noch bei -}- 5°, aber der mit einerw'eifsen Kruste überzogene Phosphor leuchtete unter Wassernicht. Wenn der Phosphor unter Wasser bis zum Schmelzenerhitzt wurde (etwa -f- 32° R.), so leuchtete er, auch w 7 enn dasGefäTs fest verschlossen w T ar, Stunden lang, und man konntedas Leuchten erneuern , wenn man den Phosphor mit der ein-geschlossenen Luft in Verbindung brachte; selbst bei — 3°leuchtete noch der Phosphor und derjenige Theil der ihn um-gebenden Flüssigkeit, welcher sich ungelroren erhalten hatte.Phosphor in Nelkenöl, Anisöl, Baumöl gelegt leuchtete mirbeim Schütteln; je mehr sich aber vom Phosphor mit dem Oeleverbindet, desto schöner wird das Leuchten; zuletzt sah IIeijt-n ich die ganze Oberfläche hell leuchtend und Monate langkonnte man, wenn das Glas fest verschlossen blieb, das Leuch-ten durch Schütteln wieder hervorbringen.
Dafs der Phosphor selbst in einem sehr reinen Stickgasleuchtet, fand zuerst Göttlixg und nach ihm stellte Böckmaxxeine sehr vollständige Reihe von Versuchen hierüber an. NachBückma stü’s Erfahrungen findet dieses Leuchten selbst bei —12°, nach Heinrich wenigstens bei 0° statt, während in freieratmosphärischer Luft -f- 2° und in reinem Sauerstoffgas -f- 8°die niedrigste Temperatur des Leuchtens ist. Das wahre Ver-brennen findet im Sauerstoffgas bei geringerer Wärme, als inder atmosphärischen Luft statt. Wenn man nämlich Phosphorin freier Luft frei aufhängt, so kommt er bei -f- 30° zum leb-haften Verbrennen , in ziemlich reinem Sauerstoffgas aber schonbei -J- 18°, vielleicht bei -f- 13°; dagegen tritt bei einer nie-
1 S. Art. Eudiometer.