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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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O p t i s c h e Erscheinungen.

unterbrechen; der Schatten des dunkeln Körpers ist so begrenzt,dafs eine Ebene, welche den leuchtenden Körper und den dun-keln Körper berührt, zugleich eine Berührungsebene des be-schatteten Raumes ist. Wenn der leuchtende Körper ein ein-ziger Punct wäre, so würde der beschattete Raum durch eineKegcli'.äche begrenzt, deren Querschnitt durch die Gestalt desdunkeln Körpers bestimmt würde. In jedem andern Falle ist derSchatten durch eine aus dor obigen Bestimmung sich ergebendeabwickelbare Fläche begrenzt.

Was also auch die Natur des Lichtes seyn mag, so ist dasGesetz seiner Fortpflanzung, dafs es der geraden Linie folgt.Dafs diese F’ortpflanzung eine Zeit fordert, bemerken wir beiden Erscheinungen auf der Erde nicht, indem bei keiner Beob-achtung auf der Erde ein Zeitverlust zwischen dem Entstehendes Lichtes und seinem Ilingelangen zu unserom Auge zu be-merken ist; aber bei den gröfsern Entfernungen im Sonnensy-steme bemerken wir einen solchen Zeitverlust. Diejenige Er-scheinung, die zur Bestimmung der Geschwindigkeit desLichtesdie erste Veranlassung gegeben hat, ist die Verfinsterung derJupitersmonde. Der wahre Eintritt des Mondes in den Schattendes Hauptplaneten läfst sich nach den bekannten Gesetzen derBewegung dieser Körper und nach der bekannten Gröfke desJupiter berechnen; aber man bemerkt, dafs die Zeit der beob-achteten Verfinsterung desto mehr hinter der Zeit des berechne-ten Eintrittes in den Schatten zurückbleibt, je mehr sich dieErde vom Jupiter entfernt, und desto weniger, je mehr sie sichihm nähert. Wenn Jupiter der Sonne gerade gegenüber steht,so vergeht zwischen den beobachteten Anfangszeiten der Ver-finsterungen des ersten Mondes ein Zeitraum von 42 Stunden2S* 42“, und da liier die Entfernung des Jupiter von uns mehrereTage lang fast völlig gleich bleibt, so können wir diese Zwi-schenzeit als die wahre zwischen zwei Eintritten in den Schat-ten ansehen. Um die Zeit dagegen, wenn die Bewegung derErde gerade gegen den Jupiter gerichtet ist und er uns deshalbals stationär erscheint, beträgt diese Zwischenzeit 14 Secundenweniger, und uui die Zeit endlich, wenn die Bewegung derErde gerade vom Jupiter abwärts gerichtet ist, beträgt die Zwi-schenzeit 14 Secunden mehr, und wir schliefsen daher mitRecht, dafs jene Abkürzung der Zwischenzeit deswegeu emtritt,weil die Erde sich in 424 Stunden dem Jupiter um 590,000