316
Liebt.
neben der Einwirkung der anziehenden Kräfte denken sollen,und diese Frage will ich hier nach Hehsciiet.’s Anleitung beant-worten. Wir können uns, sagt dieser, vorstellen, daTs an denGrenzen eines brechenden Mittels eine Reihe blüttchenförmigerRäume oder Schichten vorhanden sind, in welchen abwechselndanziehende und abstofsende Kräfte vorwalten; ihrer könnenmehrere einander umschlielsend vorhanden seyn , und da sie ineinem unmefsbar engen Raume vorhanden sind, so machen siedas aus, was wir die Oberfläche selbst nennen. Tritt nun einLichttheilchen zuerst in eine anziehende Schicht, so wendethier der gekrümmte Weg desselben seine concave Seite derOberfläche zu; folgt hierauf eine abstofsende, so erhält der Wegdes Strahls einen Wendungspunct und kehrt dann der Oberflächeseine Convexität zu, und so geht es fort bei dem Wechsel ver-schiedener Schichten. Wenn nun bei dem Durch"an”e des
o o
Strahls durcli die Oberfläche, ehe er so tief eingedrungen ist,dafs er im Innern des Körpers über die Wirkungssphäre dieserwechselnden Kräfte hinaus gelangt, die abstofser.de Kraft seineganze mit der Oberlläche parallele Geschwindigkeit zerstört,so wird sein Weg mit der Oberfläche parallel und dann abwärtsvon der Oberfläche gehend; da er aber genau alle dieselben Ein-wirkungen beim Rückgänge von der Oberfläche noch einmal zuerleiden hat, so ist dieser zweite Theil seines Weges dem er-sten genau symmetrisch, und daher, ungeachtet aller Wechselder auf ihn einwirkenden Kräfte, der reflectirte Strahl zuletzteben so geneigt gegen die Oberfläche, wie der einfallende. Sinddie abstolsenden Kräfte nicht mächtig genug, dieses zu bewir-ken , so dringt das Lichttheilchen in das Medium ein und setztseinen Weg gebrochen, aber geradlinig fort. Diese BetrachtungW'äre ausreichend, wenn in demselben Puncte der Oberflächealle Theilchen zurückgeworfen oder dagegen alle Theilchendurchgelassen würden; aber die Erfahrung zeigt, dafs bei durch-sichtigen Körpern, wenn der Strahl eine Aenderung seiner Ge-schwindigkeit leidet, einige Lichttheilchen zurückgeworfen wer-den, während andere eindringen, und dafs selbst bei spiegeln-den undurchsichtigen Körpern einige Strahlen eindringen undverloren gehen. Um dieses zu erklären, nahm Newton dieAnwandlungen leichterer Zurückw'erfung und leichterer Durcli-lassung an, die man als einen theoretischen Ausdruck für das,was die Beobachtung zeigt, ansehen mufs. Die von der Sonne