Emission st heorie. 315
tung genau isr, diese Beobachtung nach meiner Einsicht nochgänzlich unerklärt ist *.
Die anziehende Kraft, mit welcher die Körper auf das Lichtwirken, mufs sehr grofs seyn. Da sie nämlich nur in einemso kleinen Raume wirksam ist, den man gewifs nicht aufZoll rechnen kann , und dennoch den Lichtstrahl so stark vonseiner Richtung ablenkt, so läTst sich ihre überaus grofse Inten-sität übersehen, ja auch berechnen. Die Geschwindigkeit, desLichtes wächst, nach der Emissionstheorie, beim Eintritte inGlas auf das J,5fache, und dieses geschieht in einem Zeiträume,der noch kaum ein Zwölfbilliontel der Secunde beträgt; eineBeschleunigung , welche von einer der Schwere gleichen Krafterst in 15 Millionen Secunden, das ist in einer Zeit, die ISOTrillionen mal so grofs wäre, bewirkt werden könnte, und darausläfst sich das enorme Verhältnifs dieser Attraction zu der Attrac-tion der Eirde übersehen 1 2 .
Diese anziehende Kraft, welche die Körper auf das Lichtausüben, erklärt nicht blofs die Brechung, sondern auch die to-tale Reflexion in den Fällen, wo der Lichtsstrahl aus eineindichteren Mittel nicht hervordringen kann 3 ; aber die Reflexionan der Vorderfläche eines dichteren Körpers bedarf einer eigenen,Erklärung. Bleiben wir zuerst dabei stehen , dafs die Körperauch eine abstofsende Kraft auf die Lichttheilchen ausüben, soerhellet sogleich, dafs der Reflexionswinkel dem Einfallswinkelgleich seyn mufs und dafs der Lichtstrahl sich nach der Re-flexion eben so schnell, als vor der Zurückwerfung, bewegt;denn da die ajrstofsenden Kräfte dem reflectirten Strahle ohneZweifel alle die Geschwindigkeit auf die zurückwerfende Ebenesenkrecht genau so wieder ertheilen , wie sie dem einfallendenStrahle dieselbe raubten , so ist die Bahn des Strahles gegen dasEinfallsloth nothwendig symmetrisch. Aber schwieriger ist dieFrage, wie wir uns diese Einwirkung der abstofsenden Kräfte
1 Der Olobe 1829. Tome VII. no. 90. berichtet, dafs ein franz.Gelehrter, Rahinct, eine Erklärung nach eigenthüml. theoret. Ansich-ten gegeben habe.
2 Eine anders abgeleitete, aber eben so auffallend grofse Be-stimmung giebt Laplace in seiner Theorie der Haarröhrchen , im An-hänge zur Mecanique ce’leste und G. XXXIII. 385., und IIerscuei. onLight $. 561. verfolgt diese Betrachtung noch weiter.