324
Licht.
sich uns der Körper in dieser, der Gröfse und Brechungskraftseiner materiellen Theilchen angemessenen Farbe. Diese kannselbst eine gemischte seyn, wenn, wie es auch in den entfern-teren Farbenringen der Fall ist, verschiedene Farbenstrahlennach mehreren Anwandlungsperioden Zusammentreffen, immeraber sind sie mit denjenigen Strahlen gemischt, die schon ander ersten Oberfläche der Theilchen zurückgeworfen werden,und aus diesem Grunde giebt der rothe Körper durch das Prismagesehen allemal einen farbigen Rand, so wie auch aus ebendem Grande der rothe Körper' im grünen Lichtstrahle grün er-scheint. Dal’s eben dieses bei allen Farben gilt, versteht sichvon selbst.
Auch die Beugung des Lichtes, obgleich sie sich bessernach der Vibrationstheorie erklären läfst, gestattet eine Erklä-rung nach Newtos's Flypothese. Newton selbst hat diesesin der dritten Frage, am Schlüsse seiner Optik, nur angedeutet;aber da es wichtig ist, jede der beiden Theorieen, die beidenoch viel zu wünschen übrig lassen, so weit es möglich ist, aufalle Phänomene anzuwenden, so halte ich es nicht für über-flüssig, auch hierbei einen Augenblick zu verweilen. Da wires uns als möglich gedacht haben , dafs abwechselnde Einwir-kungen abstofsender und anziehender Kräfte in der Oberflächeder Körper wirksam sind , so kann auch bei der Beugung desLichtes, wo der Lichtstrahl unmittelbar an der Oberfläche einesKörpers vorbeigeht, ein Theil des Strahles in der ersten ab-stofsenden Schicht, ein anderer in der zweiten abstofsendenSchicht abwärts gelenkt werden, und eben so können andereTheile von den anziehenden Kräften in den Schatten hinein-wärts gebeugt werden. Da auch dieses mit den Anwandlungenleichterer Zurückwerfung und leichterer Durchlassung zusammen-hängen mufs, so möchte auch hier sich eine noch genauereNachweisung, in welcher Ordnung die Strahlen diesen Wirkun-gen folgen, geben lassen; aber da mehrere der hier vorkommen-den Erscheinungen ganz bestimmt von dem Zusammentreffenzweier Lichtstrahlen abhängen, die sich einander gleichsamauslöschen, so müfste hierüber zuerst Auskunft gegeben werden,und dazu scheint die Emissionstheorie, so weit %vir sie jetztübersehen , nicht geeignet. Auch ist bei der Inflexion des Lich-tes der Umstand gegen die Emissionstheorie, dafs die eben er-wähnten Kräfte sich hier ganz gleich bei den verschiedenar-
O O