Band 
Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
Seite
357
JPEG-Download
 

UnduJationstlieorie.

357

brirende Bewecuncen, die sich \vejien der nach beiden Richtnn-

o o 7 o

een uneieichen Elasticität mit uneleicher Geschwindigkeit fort-pflanzen. Die genauem Bestimmungen , die Fhesnei. an dieseVorstellung der Entstehung einer polarisirten Vibration kniiplt,setzten ihn in Stand, die Erscheinungen bei zweiaxigen Krvstal-len sehr genau und so zu erklären , dafs er Folgerungen aus sei-ner Theorie angab, die ihn zu Versuchen leiteten, um dieseFolgerungen zu bestätigen, und dafs er jene Folgerungen wirklichbestätigt fand.

Da der Art. Polarisation etwas Näheres über diese Theorieenthalten wird , so breche ich diese Andeutungen ab und fügenur noch hinzu, dafs die Farben der dünnen Blättchen, die sienälnlich im polarisirten Strahle zeigen, hier auf Interferenzenzurückgeführt werden , die von dem Unterschiede der von bei-den Lichtstrahlen, die bei der Brechung in doppelt brechendenBlättchen entstehen, durchlaufenen Wege abhängetr.

Was die genauere Angabe, worauf die Fortpflanzung sol-cher Transversalvibrationen beruhe, betrillt, so bleibt dabeinoch eine grofse Dunkelheit. Dafs die Vergleichung mit denVibrationen eines Seiles zwar als passende Erläuterung gelten,aber durchaus nicht als mit der Natur derSache übereinstimmendangesehen werden kann, versteht sich von selbst, denn dieAethertheilchen könnten allenfalls nach einer Richtung, aberdoch gewifs nicht nach allen Richtungen so Zusammenhängen,dafs die Quervibration des einen Theilchens das vorliegendenächste Theilchen in ähnliche Vibration versetzte. Auch wennman dem Aether mehr die Eigenschaften fester Körper (dereninnere Beschaffenheit uns iiberdiefs auch noch sehr wenig bekanntist) beilegt oder sich, wie IIeuschel andeutet, zu der altenVorstellung von einem durchaus vollen Raume hiugezogen fühlt,so scheint sich mir darin nicht viel Aufhellung über die Art derFortpflanzung solcher Vibrationen darzubieten. Fhesxel hatallerdings einen ganz richtigen Gedanken angegeben, der dieVorstellung von diesen Vibrationen erleichtert, aber der dochnur in gewissen Fällen in der Wirklichkeit Anwendung findenkann. Er sagt nämlich, die in Vibration gesetzten Theilchenbrauchten nicht, wie wir es uns bei elastisch-flüssigen Körperndenken, durch einen vermehrten Druck auf die in der Richtungdes Strahles vorliegenden zu wirken , sondern wenn die Theil-chen in der auf die Richtung des Strahles senkrechten Ebene