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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Parrot’a Theorie.

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diese Afliriifäten desLichtstoffes oder vielmehr nicht emesLicht-stofles , sondern einer Anzahl verschiedener Farbenstoffe, derenZusammensetzung das weifse Licht erzeugt, werden die ver-schiedenen chemisclien Einwirkungen angeführt und dann be-merkt, dafs wir bei der Erklärung der Lichtphänomene überalldie chemischen Ansichten zum Grunde legen müssen. Ueberden Aggregatzustand des Lichts giebt Paiirot gar keine Ent-scheidung. „AY'ir können die Lichtstoflfe weder als feste Körperin einzelnen Theilchen betrachten, noch als eine Flüssigkeit.“Ihre Feinheit erlaubt uns nicht, die Begriffe, die nur auf grö-bere Flüssigkeiten passen, hier anzuwenden, und manche Phä-nomene werden daher nie aufgehellt werden, z. B. die Frage,was in mechanischer Rücksicht geschieht, wenn mehrere Licht-strahlen sich durchkreuzen.

Als einen directen Beweis, dafs die Brechung des Lichtesdurch Anziehung statt lindet, giebt Parrot folgenden allerdingshöchst interessanten Versuch an. Man nehme ein Gefäfs, dasan zwei Seiten vollkommen parallele , reine Glasplatten als ver-ticale Seiten hat und senkrecht auf diese etwa 20 Inn. weit ist;dieses fülle man bis zu einer mäfsigen Höhe mit Salzwasser,darüber aber giefse man mit möglichst weniger Mischung beiderFlüssigkeiten reines "Wasser. Nun stelle man genau neben dieTrennungsfläche beider Flüssigkeiten eine mit einer schmalenOeffnung durchbrochene Metallplatte, deren etwa 4 Lin, weiterSpalt horizontal j der Glaswand des Gefäfses parallel gestelltist. Nachdem dieses so vorgerichtet worden, lasse man denStrahl einer recht hellen Argand’schen Lampe durch den Spaltauf die Flüssigkeit, senkrecht auf die Seiten des Gefäfses in ge-nau horizontaler Richtung fallen, so wird der Lichtstrahl, deran der Trennungsfläche beider Flüssigkeiten Vorbeigehen sollte,gebrochen und zeigt ein prismatisches Spectrum, worin dasViolett, wie natürlich, am meisten gebrochen ist. Bei Parkot’sVersuch war die Flamme 34 Zoll von dem Spalt und dieser1 Zoll von der Wand des Gefäfses entfernt.

Paiirot sagt, dieser Versuch sev ein experimentiim cructs,dafs die Brechung und Farbenzerstreuung durch Anziehung ge-schehe. So bestimmt möchte icli dieses nun nicht ausdriickpn,weil nicht im allerstrengsten Sinne einzig solche Lichtstrahlenan die Trennungsfläche der Flüssigkeiten kommen, deren Rich-tung mit diesen Oberflächen parallel ist. Wenn ich auch an-VI. Rd. Aa