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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Parrot’s Theorie.

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Erklärung bedarf, indem es Mols als Refraction anzusehn sey.Hierin scheint aber Pa «hot doch der Refraction zu viel zuzu-schreiben, denn wenn gleich die totale Reflexion, als der Re-fraction angehörig, nur da entsteht, wo die Brechungsgesetzekein Hervortreten des Lichtstrahls gestatten, so giebt es docheine theilweise Reflexion des Strahls bei allen möglichen Ein-fallswinkeln an der Hinterlläche, und diese hätte wohl eineeigne Erklärung gefordert.

Die Refraction sieht Parrot als ein Affinitätsphänomenan, und da sich zeigen läfst, dafs das Licht sich nicht nach be-stimmten Affinitäten zu den Bestandtheilen der Körper richtet,so ist man genöthigt, eitffen andern, unbekannten Stoff, einenAether, in den durchsichtigen Körpern anzunehtnen. Dieserhat eine Affinität zu den Lichtstoffen , und zwar für jede Farbein einem andern Verhältnisse, zugleich aber hat er eine Affini-tät zu den durchsichtigen Körpern, gleichfalls in verschiedenenVerhältnissen, und davon hängt die verschiedene Brechung in ver-schiedenen Körpern ab. Denkt man sich diesen Aether in allendurchsichtigen Körpern verbreitet, so mufs der sich näherndeLichtstrahl von dem Aether angezogen werden und die Aenderungder Richtung bei der Brechung erfolgen. Für die Annahme einessolchen Stoffes sprechen, nach Pahrot's Ansicht, die Erschei-nungen, wo undurchsichtige Körper durch Feuchtigkeiten durch-sichtig werden; Papier durch Wasser u. s. w. ln dieser Hypo-these, dafs ein Aether die Körper durchdringt und dafs diesergleichsam der Führer des Lichtes durch die labyrinthischen Ge-webe der Körper ist, liegt eine Auflösung der sonst unüber-windlichen Schwierigkeit des Durchgangs des Lichtes durch diedurchsichtigen Körper. In eben dieser Annahme eines Aethersfindet Parrot auch die Ursache der Ungeheuern Geschwindig-keit des Lichtes. Nach seiner Ansicht von der Wanderung derStoffe bei chemischen Verbindungen findet nämlich da eineSchnelligkeit statt, die alle durch mechanische Mittel hervor-gebrachten Geschwindigkeiten weit übersteigt, und wenn derLichtstrahl diese in dem den andern Substanzen beigemischtenAether erhalten hat, so dauert sie auch nachher im leerenRaume fort.

Die theoretischen Betrachtungen, wodurch Parrot dieBeugung des Lichtes und die Newton’schen Falbenringe aufdie Reflexion und Refraction zurückzuführen sucht, können hier

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