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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Licht.

nicht Platz finden. Als Parrot’s Lehrbuch erschien, warendie Phänomene der Beugung, der Interferenzen u. s. w. nochgar nicht so genau bekannt, und jene Betrachtungen bedürftenjetzt zahlreicher Ergänzungen, wenn sie alle Phänomene um-fassen sollten. Die Ercheinungen der doppelten Strahlenbre-chung und die damals noch wenig bekannten Erscheinungender Polarisation hat Tarrot gar nicht erklärt. Seit jener Zeithat die Lehre vom Lichte so unendlich bedeutende Bereiche-rungen erhalten , dafs man mit dem, was damals als scharfsin-nig den Beobachtungen angepafst erschien, jetzt nicht mehrausreicht, und ich darf daher wohl gestehen, dafs ich die Hoff-nung nicht hege, dafs aus dieser Theorie eine mit strenger Ge-nauigkeit den verwickelten Erscheinungen des Lichtes entspre-chende Erklärung hervorgehen könne.

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2. Beurtheilung der Theorieen in Beziehungauf die Entstehung des Lichts.

Die Schwierigkeiten, die sich der Beantwortung der Frage,welche Theorie des Lichtes die richtige sey, schon bei derBetrachtung der optischen Phänomene entgegenstellten, findensicli nicht geringer, wenn wir die Entstehung der Licht-Er-scheinungen untersuchen. Ich habe im Vorigen die Meinung,dafs das Licht gar nicht materiell, sondern eine blofse Kraftsey, nicht erwähnt; aber diese Meinung, die mir auf undeut-lichen Vorstellungen zu beruhen scheint, kann auch wohl kei-nem Naturforscher gefallen, da, so viel ich einsehe, die Kräftedoch nirgends wirksam seyn können, wo nicht Materie (so dun-kel auch der Begriff der Materie seyn mag) vorhanden ist.Doch ich stehe gern davon ab, in irgend eine Aeufserung, diedas Gebiet der eigentlich sogenannten Philosophie berührt, wei-ter einzugehen; das aber scheint mir klar, dafs da, wo einekörperliche Einwirkung, so wie bei den chemischen Erschei-nungen , welche das Licht hervorbringt, bemerkbar ist, auchdem Lichte eben so gut, wie dem Sauerstoff oder dem Platin,Materialität mufs zugeschrieben werden.

Ob diese Materie des Lichtes nun als ein von den leuch-tenden Körpern ausgehender Stoff anzusehen sey, oder ob er,als Aetlier schon in den Körpern vorhanden, in anders modifi-cirte Zustände geräth bei den Erscheinungen des Leuchtens, undob er auf jene oder auf diese Weise die Wirkungen hervorbringt,