50 XXII. Buch. Übergewicht der Könige von Frankreich.
nien, für seinen Thronfolger zu erkennen, die An-sprüche aber, welche Frankreich und Oesterreich zu he-ben glauben möchten, durch Einräumung einiger ab-getrennten Provinzen der spanischen Monarchie zubefriedigen. Das europäische Gleichgewicht schien hie-durch gerettet.
. C- Plötzlich starb der unmündige Joseph.
Die Machte wurden durch Wilhelmen vermocht,
- C. sich in London abermals zu vergleichen, daß, da dieKöniginnen von Frankreich, Anna und Maria The-resia, den spanischen Thron förmlich entsagt, Karlvon Oesterreich, Enkel der Infantin Maria, deinspanischen Zweige des Habsburgischen Stamms alsKönig folgen, nie aber die Erblande im Reich, Ab-heiln und Hungarn, mit der spanischen Monarchieunter Ein Haupt vereiniget werden sollen. Zugleichwurden für den französischen Hof Entschädigungenbestimmt.
Ueber diese Vorgänge wurde weder Karl II. nochdie spanische Nation gefragt. Zu Madrid hatten dieösterreichischen als Familienminister lang den vor-nehmsten Einfluß; die Schwester des Kaisers, alsdes Königs Mutter, die hauptsächliche Leitung derGeschäfte; häufig wurde der Hof durch Cabalen, trau-rigen Ausgangs, verwirrt. Je näher immer schwäch-lichere Kräfte den König zum Grabe zu bringen schie-nen, desto heftiger wurde seine furchtsame Seeledurch die List und Gewaltsamkeit der Parteien er-schüttert. Er wollte gerecht seyn, und wußte nicht,