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[Zweiter Band.]
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Cap- rr. Von dem römischen Hof.

bete, der eine Bulle ohne Erequatur bekannt ge-macht, er von dem katholischen König nur diese Ant-«t bekam: „Warum habt ihr ihn nicht gleich auf-fangen lassen!" Aber Victor verlor Sicilien; Cle-mens starb, ehe der Streit entschieden wurde.

Eben dieser Papst gab die Constitution Unigc- nnitus.

Es hatte vor mehr als siebenzig Jahren ein from-mer Bischof zu Axern, Cornelius Jausen, über denfreien Willen, den wir zu haben vermeinen, undüber die Gnade Gottes, in dem Sinn des heil. Au-gustinus ein großes Weck geschrieben. Eben dieserGelehrte hatte den Cardinal Richelieu angegriffen.Es erfolgte, daß die Jesuiten, Freunde des letztern,bei der Büchercensur von Rom ein Verwerfungs-nrthcil gegen dieses Werk erhielten, der CardinalSlaatsminister aber einen Preis auf dessen Wider-legung setzte. Die gallicanische Kirche, gegen Romund gegen den Hof in Opposition, schien den Jan-srnius zu begünstigen. Sein Buch wurde von demPublicum nicht gelesen; sein Feind, Hubert, faßteden Hauptinhalt, wie er ihn sich vorstellte, in fünfSätze. Diese ließ der Cardinal Mazarin dem Papstämivcenz X. mit der Bitte zukommen, daß er er-klären möchte, wie obiges Verwerfungsurtheil ei-gentlich auf diese Sätze gemeint wäre. Die Jesuitenbewogen ihn, dieses zu thun. Aber das Parlamentvon Paris weigerte sich, die hierüber erlassene Bullezu erkennen. Die Feinde der Jesuiten läugneten,

2, v> Müller- stimmn. Werke, VI. 5