Band 
[Zweiter Band.]
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88 XXII. Buch. Ucbergewicht der Könige von Frankrkich,

daß das Buch jene Sätze enthalte; um ihrem Wi-derspruch das Verhaßte zu benehmen, erklärten sie,die päpstliche Unfehlbarkeit in vls juris zuerkennen,in via kact! aber (wo es auf Thatsachen ankomme)sie nicht für Grundsatz der Kirche zu halten. DerCardinal Mazarin meinte, der Sache dadurch znhelfen, daß er den Papst Alexander VII, Chigi, umeine Bulle bat, welche gebiete, zu glauben, daß diefünf Sätze in Iansenii Buch stehen. Man erzählt,es sey kein Eremplar desselben zu Rom gewesen, undin das übersandte ein Blatt eingedruckt worden, wel-ches die Sätze deutlich enthielt. Ludewig Xiv. erschienpersönlich im Parlament und befahl, die Bulle an-zunehmen. Aus den Hirtenbriefen der französischenBischöfe zeigte sich, wie Wenige das Werk, nur demTitel nach, kannten. Geprediget wurde, daß mandem Papst gehorchen müsse, „auch wenn er gebieten„wollte Christum zu verläugnen; denn immer nehme„er die Schuld auf sich." Aber diese Streitfragen !verwirrten Ludewigs Regierung; Männer von be- !wunderungswürdigen Talenten verschwendeten ihreZeit darüber. Im Alter bewog der königliche Beicht-vater, aus Haß gegen den Erzbischof zu Paris, Car-dinal Noailles, den König zu einer Unterhandlungin Rom, welche die Coustitution Unigenitus, eineneue Verdammung der Iansenisten, hervorbrach-te. Sie war besonders den Anmerkungen entge-gengesetzt, welche QueSnel, des Cardinals Freund,seinem neuen Testament beigefügt hatte. Die Zan- ^