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Linsenglas,
Nachrichten von einigen andern Bemü-hungen, um achrom atisclie und ap 1 a-natische Linsen darzustellen,
Da die Zahl der Glasarten und der durchsichtigen festen Kör-per, deren wir uns als Linsen in Fernrohren bedienen können,nur geringe ist, bei den flüssigen Körpern hingegen eine vielgröfsere Auswahl statt findet, so ist man oft wiederholt auf denGedanken zurückgekommen , dafs man sich vielleicht statt einerder Glaslinsen eines zwischen Gläsern eingeschlossenen flüssigenKörpers bedienen könnte, um die Aufhebung der Farbenzer-streuung zu Stande zu bringen.
Da die frühem Vorschläge dieser Art ganz ohne Erfolg ge-blieben sind, so kann man Blair als den ersten ansehn, dersich Mühe gegeben hat, hierzu taugliche Flüssigkeiten zu ent-decken 1 . Erfand, dafs viele Flüssigkeiten eine starke F’arben-zerstreuung gäben und daher statt des- Flintglases gebrauchtwerden könnten; aber manche derselben zeigten sich zu ungleich-förmig in ihrer Masse, um gute Dienste zu thun, manche hat-ten , bei erheblicher Farbenzerstreuung, doch zu wenig Bre-chungskraft, um die übrigen F’ehler der einfachen Objectiveaufzuheben. Unter den Linsen, die Blair auf diese Weise alsfarbenlos erhielt, giebt er eine als merkwürdig an, die bei al-len vier Brechungen die Strahlen stärker convergirend machteund dennoch die Farben aufhob. Diese bestand aus zwei con-vexen Glaslinsen, deren Halbmesser r :q wie 1:6 waren undzwischen denen Terpcnthinöl eingeschlossen war; sie gab farben-lose Bilder, war aber zur Wegschaffung der Abweichung wegender Kugelgestalt nicht geeignet. Bei diesen Versuchen wurdeBlair zuerst auf die Schwierigkeit geleitet, die schon oben, alsaus dem secundären Spectrum entstehend, angeführt ist. Erfand nämlich, dafs nur bei schwächer brechenden Medien diegrünen Strahlen in der Mitte des prismatischen Farbenbildes lie-gen , dafs sie dagegen im Fläntglase , in den metallischen Auflö-sungen und in den wesentlichen Oelen zu den weniger brech-baren gehören, in den Mitteln dagegen , welche Salzsäure undSalpetersäure enthalten , eine stärkere Brechung leicfen, als derMitte des Bildes entspricht. Dafs aus diesem Grunde, bei derVereinigung der äufsersten Strahlen, keine Vereinigung der mitt-
1 G. Vi. 129.