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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Aplanatisches.

leren Strahlen möglich sey, ist schon früher erwähnt worden.Blair fafste bei dieser Bemerkung einer so ungleichen Lage der-jenigen Strahlen, die wir sonst als die mittlern anzusehen pfle-gen, den richtigen Gedanken, durch eine Verbindung zweierLinsen aus Flüssigkeiten von der eben vorhin erwähnten entge-gengesetzten Beschaffenheit diesen Nachtheil aufzuheben, erfand aber nachher, dafs Mischungen verschiedener Flüssigkeitengestatteten, eben den Zweck durch eine Linse zu erreichen.

Diese Untersuchungen , so sehr sie auch die Aufmerksam-keit der Physiker auf sich zogen, sind dennoch lange ohne wei-teren Erfolg geblieben. So wichtig nämlich auch von der einenSeite der Gebrauch der Flüssigkeiten werden könnte, weil manunter ihnen leichter eine solche Wahl, dafs die secundären Spe-ctra unmerklich würden , zu treffen im Stande wäre , so zogman theils die unveränderlich gleiche Dauer solcher Objectivein Zweifel, theils machte man, vorzüglich Fraunhofer , diegewifs richtige Bemerkung, dafs ungleiche Temperatur die Brauch-barkeit eines Fernrohrs mit einer eingeschlossenen Flüssigkeitallemal stören würde. Wenn nämlich diese flüssige Linse bei ei-nem Wechsel der Wärme kälter wird, so senken sich die kältergewordenen Theile herab und haben ein anderes Brechungsver-raögen, als die noch nicht erkalteten, und dadurch entsteht eineUndeutlichkeit, die selbst bei kleinen Aenderungen der Wärmeauf eine sehr störende Weise merklich ist 1 .

Ungeachtet dieser Besorgnisse über den Gebrauch fliissiner

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Linsen sind sie dennoch kürzlich auf’s Neue von Barlo w unddem jüngeren Blair empfohlen worden 2 . Der letztere be-merkt, dafs er sich von der Unveränderlichkeit der von seinemVater erfundenen Fernröhre, in welchen die Farben durch eindie Zerstreuung der Farben in eben dem Verhältnisse, wie dasKronglas, bewirkendes Fluidum aufgehoben werden, überzeugthabe. Er besitzt nämlich ein seit 30 Jahren verfertigtes Fern-rohr dieser Art, das noch immer die gewöhnlichen achromati-schen Fernröhre von eben der Brennweite übertrifft und dasin der ersten Zeit zwar durch Absetzung einiger kleinen Krystalleeine kleine Aenderung erlitten, dann aber sich immer gleich er-halten hat. Um diesem — wenn gleich geringen — Nachtheile

1 G. LVI. 277.

2 Edinb. Jonrn. of Science by Brewster. VII. S35.